Where hve I been...
uh, where do I start...
From christchurch 'round almost the complete South Island, Ferry Picton-Wellington and rather straight up to Auckland. All that in one month, with my Sweetheart. For place-name-dropping refer to his post (in German). I won't even try to recall it all here. It was great, amazing, beautiful, intense... And now I'm on my own again. Gave him back at Auckland Airport.
Didn't exactly love Auckland City, but Rangitoto Island was a blast. Insread of the last ferry, I was invited on a private sailboat back to Auckland. Two days later, I
slept over on a marae (Maori meeting house) and helped out in the zero waste policy on the Orakei Domain during Waitangi Day Festival with some sixty other volunteers. (Even met some friends friend Kim again by the main stage - by pure chance in that crowd...) More strange names: Ngati Whatua O Orakei - Kaimahi. Am now part of the Orakei 'family' for a lifetime. Cool, huh?
The very next day, I rolled on to Hawke's Bay by Intercity Coach, and that's where I am now, for the apple season. Got sheltered in a workers' sleepout in a Taradale Orchard (next to Napier), though my friendly host can't offer me work at the moment. Should be looking for jobs, but It looks like I won't hasten it. Just came back from a doctor, because my knee's acquaintance with the volcanic gravel on beautiful Rangitoto Island turned out fouly after a week. But nothing too serious. Just glad I'm not in a jungle or in the 18th century and there are pharmacists around every other corner... brave new world. I'll be alright. Even gonna ride home by bike. So please no worries on my behalf.
Have yourselves a good one, I gotta go. Online time is good money here ;)
cheers!
Montag, 11. Februar 2008
Taradale, Fortestzung
Das Rad hat kein Licht, aber ich arbeite dran. Bin jetzt 2x von freundlichen Kiwis mitsamt Rad nachhause chauffiert worden, weil es dunkel war. 1x war ich aus Doofheit noch unterwegs, das zweitemal war ich in einen schottischen Tanzabend hineingeraten (angelockt durch Sackgedudel) und vehement eingeladen worden ("ich hab aber kein Licht am Rad..." - "da findet sich wer").
Napier ist total art deco, weil es nach einem Erdbeben 1931 ganz neu wieder aufgebaut wurde. eigentlich (abgesehen von der Katastrophe) ne schoene Sache: Neugruendung mit bereits eingelebten Einheimischen. Deutlich organischer als Satelitenstaedte, die ja auch aus dem Boden gestampft werden, bloss viel uncharmanter. Dieses Wochenende ist Art Deco Parade und damit quasi Kostuempflicht. Haett ich ejtzt die Omi bei der Hand! Weiss noch nicht, was ich anziehe. Bei der Gelegenheit kann ich mir dann auch prima die vielen schoenen Fassaden anschauen.
was noch... Ich hab nen frischen Schnitt am rechten Knie, quasi wiedereroeffnet. Nix schlimmes, nur ne Hinflieg-Schramme vom Vulkaninselwandern letzte Woche, die beschlossen hat, nachtraeglich noch boese zu werden. War heut beim Doc und hab nach der Inspektion Antibiotikum gekriegt. Heile das jetzt erstmal ab, bin also froh, nicht heute schon arbeiten zu 'duerfen', denn das waere ein schlechter Start. (Kann ja trotzdem suchen.) Schoen, dass wir hier nicht im Dschungel sind, da sind son paar Keime kein Grund zur Panik. Soll ruhig was kosten, wozu hab ich Versicherung bezahlt. Aber soll bitte schnell gehen. Weh tuts kaum. Das ist das geflickte Knie, wo sowieso kaum noch Nerv rin ist. BITTE KEINE SORGEN MACHEN :) Ich fahr gleich mit dem Rad nach hause.
Haette eigentlich nach Napier gewollt. Aber man muss es ja nicht herausfordern. Ich koennte ja mal Papierbriefe schreiben. Teurer als fuenf Dollar sie Stunde kan das auch nicht werden ;)
Hab Euch trotzem lieb *hihi*
Napier ist total art deco, weil es nach einem Erdbeben 1931 ganz neu wieder aufgebaut wurde. eigentlich (abgesehen von der Katastrophe) ne schoene Sache: Neugruendung mit bereits eingelebten Einheimischen. Deutlich organischer als Satelitenstaedte, die ja auch aus dem Boden gestampft werden, bloss viel uncharmanter. Dieses Wochenende ist Art Deco Parade und damit quasi Kostuempflicht. Haett ich ejtzt die Omi bei der Hand! Weiss noch nicht, was ich anziehe. Bei der Gelegenheit kann ich mir dann auch prima die vielen schoenen Fassaden anschauen.
was noch... Ich hab nen frischen Schnitt am rechten Knie, quasi wiedereroeffnet. Nix schlimmes, nur ne Hinflieg-Schramme vom Vulkaninselwandern letzte Woche, die beschlossen hat, nachtraeglich noch boese zu werden. War heut beim Doc und hab nach der Inspektion Antibiotikum gekriegt. Heile das jetzt erstmal ab, bin also froh, nicht heute schon arbeiten zu 'duerfen', denn das waere ein schlechter Start. (Kann ja trotzdem suchen.) Schoen, dass wir hier nicht im Dschungel sind, da sind son paar Keime kein Grund zur Panik. Soll ruhig was kosten, wozu hab ich Versicherung bezahlt. Aber soll bitte schnell gehen. Weh tuts kaum. Das ist das geflickte Knie, wo sowieso kaum noch Nerv rin ist. BITTE KEINE SORGEN MACHEN :) Ich fahr gleich mit dem Rad nach hause.
Haette eigentlich nach Napier gewollt. Aber man muss es ja nicht herausfordern. Ich koennte ja mal Papierbriefe schreiben. Teurer als fuenf Dollar sie Stunde kan das auch nicht werden ;)
Hab Euch trotzem lieb *hihi*
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Freitag, 8. Februar 2008
Taradale (Napier, Hawkes Bay)
Bin im Internet Cafe in Taradale, an 'meinem' Fahrrad ist kein Licht, aber das geht schon klar, denn auf dem Hinweg im Hellen bin ich schon so gut wie keinem Auto begegnet, und jetzt sind hier erst recht alle Buergersteige hochgeklappt. Schnucklig hier. Ein Pukeko (dieses grosse blaue Sumpfhuhn) latschte auch an einer Obstplantagenhecke entlang.
Ich hab nicht nur nen Zeltplatz, sondern eine frisch gelieferte Sleepout-Huette. Der geplante Bewohner ist noch nicht aufgekreuzt. Tuerschloss geht zwar nicht richtig, Aber man kann von innen immerhin zumachen; das ist mehr Privatsphaere als ein Zelt erlaubt haette.
Mein Nicht-Arbeit-Aber-Herbergsgeber Ian ist ein sehr netter, sehr fitter, kluger und tuechtiger langer Grauhaariger, der spricht wie ein heiserer Kermit und rechts ein Kochlear-Implantat traegt. Scheint aber problemlos zu verstehen. Als er mich vom Bus aufgesammelt hat, fragte ihn eine uebriggebliebene Frau nach dem Weg zum Hotel, da hat er sie auch gleich mit hingebracht und ihr noch die Tasche raufgetragen. Mich hat er gestern um halb neun noch zum Supermarkt chauffiert, damit ich mir Muesli und Milch kaufen konnte. Ich haette auch mit vorhandenen Keksen ueberlebt. Aber da laesst er nichts auf sich kommen. Irgendwann werd ich ihn knuddeln. Hab noch zuviel scheuen Respekt...
Gestern auf der 7 stuendigen Hinfahrt per Intercity Bus wandelte sich die Landschaft allmaehlich wieder in das, was mir an der Suedinsel so gefallen hatte: Berge, Weiden, Wald, Flussbetten (aeh, im Sueden sind die besser gefuellt)... guter Anfang.
Napier selbst hat ungefaehr den Charm von Picton, kleine, beschauliche, aufgeraeumte Hafenstadt, nur mehr schoene lange gerade Strandpromenade. So gerade, dass an einer Stelle z.B. ein grosser Bogen aus Stahl im sandigen Nichts steht, um die weite ein bischen aufzulockern. Perfekter Anblick, denn die Kueste hat Westblick, und ich wurde entsprechend von Sonnenuntergang begruesst.
Bis Napier hab ich es heute nicht geschafft. Bin zu spaet losgefahren. Hatte erstmal die Gemeinschaftskueche auf Vordermann gebracht, weil sie in einem Zustand war, der es unmoeglich machte, mal eben meine Mueslischale zu spuelen. Jetzt kenn ich jeden Winkel und jeder Winkel hat mich kennengelernt, aber dafuer war der Nachmittag rum. Selber schuld, wenn man erst um 13:00 aufsteht und erst um 15:00 in die Gaenge kommt. Ich hatte mich aber wirklich nur einmal umgedreht, als ich um 9 Uhr wach wurde. Die vier Stunden waren also wohl noetig.
Das kommt von dem powermaessigen Waitangi Day Festival und dem rastlosen Reisetag gestern. (Zum Waitangi Day schreibe ich nochmal gesondert Blog.)
Ich bin erst fertig gewesen, als nach 18:00 die andern nach und nach auftauchten: Dani aus Deutschland, die den Hofladen schmeisst, Shaka aus?? und ?? (maennlich) aus der Czechoslovakei, sowie Andreas und Kati aus ...aeh... Skandinavien, die hier alle auf den Saisonstart der Apfelernte und somit auf Arbeit warten. Shaka hat mich ausserdem gestern nacht gerettet, als ich nach dem Klohaeuschen-Besuch den falschen Wasserhahn an den Aussenbecken betaetigt hatte. Falsch heisst: den ganz rechts. Den kann man nicht aufdrehen, nur ab. Und dann gibts eine schoene Fontaene, Ende offen. Ich weiss nicht, wie sie das geschafft hat, gegen den Wasserdruck die voellig abgefallen Regler wieder anzuschrauben - und das noch, ohne nass zu werden! Ich jedenfalls habe das Ding mit rotem Isolierband dermassen abgeklebt, dass man auch im Dunkeln nicht mehr auf die Idee kommen kann, den zu benutzen.
Sonst aber alles sehr komfortabel und schoen. Hier fuehl ich mich richtig.
Jetzt bin ich berechtigtermassen doch wieder muede. Ob der ununterbrochen huestelnde Mensch, der da in der Ecke schon die ganze Zeit irgendein Kampfspiel daddelt, wohl nur noch wegen mir den Laden offen haelt? Wie dem auch sei. Ich fahr jetzt in mein aktuelles Heim und wuensche Euch nen schoenen Tag.
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Ich hab nicht nur nen Zeltplatz, sondern eine frisch gelieferte Sleepout-Huette. Der geplante Bewohner ist noch nicht aufgekreuzt. Tuerschloss geht zwar nicht richtig, Aber man kann von innen immerhin zumachen; das ist mehr Privatsphaere als ein Zelt erlaubt haette.
Mein Nicht-Arbeit-Aber-Herbergsgeber Ian ist ein sehr netter, sehr fitter, kluger und tuechtiger langer Grauhaariger, der spricht wie ein heiserer Kermit und rechts ein Kochlear-Implantat traegt. Scheint aber problemlos zu verstehen. Als er mich vom Bus aufgesammelt hat, fragte ihn eine uebriggebliebene Frau nach dem Weg zum Hotel, da hat er sie auch gleich mit hingebracht und ihr noch die Tasche raufgetragen. Mich hat er gestern um halb neun noch zum Supermarkt chauffiert, damit ich mir Muesli und Milch kaufen konnte. Ich haette auch mit vorhandenen Keksen ueberlebt. Aber da laesst er nichts auf sich kommen. Irgendwann werd ich ihn knuddeln. Hab noch zuviel scheuen Respekt...
Gestern auf der 7 stuendigen Hinfahrt per Intercity Bus wandelte sich die Landschaft allmaehlich wieder in das, was mir an der Suedinsel so gefallen hatte: Berge, Weiden, Wald, Flussbetten (aeh, im Sueden sind die besser gefuellt)... guter Anfang.
Napier selbst hat ungefaehr den Charm von Picton, kleine, beschauliche, aufgeraeumte Hafenstadt, nur mehr schoene lange gerade Strandpromenade. So gerade, dass an einer Stelle z.B. ein grosser Bogen aus Stahl im sandigen Nichts steht, um die weite ein bischen aufzulockern. Perfekter Anblick, denn die Kueste hat Westblick, und ich wurde entsprechend von Sonnenuntergang begruesst.
Bis Napier hab ich es heute nicht geschafft. Bin zu spaet losgefahren. Hatte erstmal die Gemeinschaftskueche auf Vordermann gebracht, weil sie in einem Zustand war, der es unmoeglich machte, mal eben meine Mueslischale zu spuelen. Jetzt kenn ich jeden Winkel und jeder Winkel hat mich kennengelernt, aber dafuer war der Nachmittag rum. Selber schuld, wenn man erst um 13:00 aufsteht und erst um 15:00 in die Gaenge kommt. Ich hatte mich aber wirklich nur einmal umgedreht, als ich um 9 Uhr wach wurde. Die vier Stunden waren also wohl noetig.
Das kommt von dem powermaessigen Waitangi Day Festival und dem rastlosen Reisetag gestern. (Zum Waitangi Day schreibe ich nochmal gesondert Blog.)
Ich bin erst fertig gewesen, als nach 18:00 die andern nach und nach auftauchten: Dani aus Deutschland, die den Hofladen schmeisst, Shaka aus?? und ?? (maennlich) aus der Czechoslovakei, sowie Andreas und Kati aus ...aeh... Skandinavien, die hier alle auf den Saisonstart der Apfelernte und somit auf Arbeit warten. Shaka hat mich ausserdem gestern nacht gerettet, als ich nach dem Klohaeuschen-Besuch den falschen Wasserhahn an den Aussenbecken betaetigt hatte. Falsch heisst: den ganz rechts. Den kann man nicht aufdrehen, nur ab. Und dann gibts eine schoene Fontaene, Ende offen. Ich weiss nicht, wie sie das geschafft hat, gegen den Wasserdruck die voellig abgefallen Regler wieder anzuschrauben - und das noch, ohne nass zu werden! Ich jedenfalls habe das Ding mit rotem Isolierband dermassen abgeklebt, dass man auch im Dunkeln nicht mehr auf die Idee kommen kann, den zu benutzen.
Sonst aber alles sehr komfortabel und schoen. Hier fuehl ich mich richtig.
Jetzt bin ich berechtigtermassen doch wieder muede. Ob der ununterbrochen huestelnde Mensch, der da in der Ecke schon die ganze Zeit irgendein Kampfspiel daddelt, wohl nur noch wegen mir den Laden offen haelt? Wie dem auch sei. Ich fahr jetzt in mein aktuelles Heim und wuensche Euch nen schoenen Tag.
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Freitag, 25. Januar 2008
Auckland
Status Quo:
Ich bin wieder alleine. Stefan ist nun seit ueber ner Woche wieder zuhause und so eben uebers Jetlag weg.
Location:
Ich haeng schon viel zu lange hier in Auckland, das heisst: erstmal bin ich gar nicht hin gekommen. In Manukau (per Auto recht praktisch nah am Flughafen), wo wir bei lieben Leuten untergekommen waren, fahren naemlich die Busse nur sehr spaerlich. Und man (ver)laeuft sich nen Affen bis zur Haltestelle. Oder um das Haus zu finden. Das ganze Wohnviertel besteht naemlich aus Schnellstrasse mit eingestreuten Flaechen aus weitlaeufigen labyrinthischen Sackgassen, die gleichfoermig einstoeckig bebaut sind und zur sonstigen 'Orientieung' so ziemlich denselben trockenen Rasen als Vorgarten haben. Das stellte ich fest, als ich zum erstenmal den Bus benutzte, naemlich nachdem Stefan und das Auto am Flughafen geblieben waren.
Nun, ich habe grob gepeilt, unnoetige Kilometer gefressen und wenn ich mal wieder falsch war, an Haustueren geklopft und gefragt, ob die Leute eine Strassenkarte haetten. (Die Strasse, wo unsere Freunde wohnen, kennt naemlich keiner, sie ist eine Microsackgasse, die von einer Minisackgasse abgeht.) Im Endeffekt, um es kurz zu machen, wurde ich fuendig und kam irgendwann fix und fertig 'zuhause' an.
(Einschub damaligen Gemuetslage:
Wenn man gerade den Liebsten aus symbiotischer Naehe wieder in die weite Welt entlassen hat und dann total verirrt in einer nicht fuer Fussgaenger gebauten Wohnwueste rumsteht, ist man unleugbar deplaciert und bis zur Besinnungslosigkeit einsam. Das kann ich Euch versichern. Die Frage laesst sich in dem Moment nicht abschuetteln: Was um alles in der Welt mache ich hier eigentlich?)
Stefan und ich hatten in unserm Zelt im Garten geschlafen. Nun wurde ich ins Babyzimmer umquartiert und das Baby zu den Eltern. Bin bis gestern bei ihnen geblieben und nun in ein Backpacker Hostel umgezogen, weil irgenwann ja auch mal gut sein muss. Hab die erste Nacht hinter mir und bin fuer die kommende besser vorbereitet: Hab die Ohrstopfen ausgegraben. Gestern, samstagnacht um halb drei(!!) im Zimmer donnerten die Baesse aus mindestens 4 verschiedenen Diskotheken, dazu wohlgelaunte Aufheuler von Automotoren und gelegentliches Suffgebruell. Fenster zumachen war nicht drin, in nem schwuelen Sechserzimmer. Haette bestimmt eh nichts gebracht, denn Doppelglas ist hier nicht ueblich. Tagsueber grollen die Motoren an der Infraschallgrenze, dass der Boden wackelt und ich belegte Ohren kriege, und das nur, weil sich in unserer Strasse alles staut. Wo wollen die bloss hin?
Naja, nochmal zur City: Ich hab es immer oefter gewagt, von Manukau nach Auckland zu pilgern. In der Zwischenzeit habe ich nette Busfahrer getroffen, von mir fremden aber ortskundigen Frauen Chauffeurdienste bekommen, ne Deutsche, die hier bleiben will, fuer nen Nachmittag in der City getroffen...
...sogar tolle Straende, gesellige BBQs mit weiteren Bekanntschaften und losen Einladungen zum Schnorcheln waren dabei.
Das aendert aber alles nix daran, dass ich mit dieser Stadt nicht warm werde.
Ali, der Nachbar meiner Freunde in Manukau, wird heute 5, ich bin zum Geburtstag eingeladen und stellte soeben (10:30 morgens) fest, dass laut meinen Fahrplaenen sonntags ueberhaup kein Bus da raus faehrt!!! (Und an Wochentagen ne volle Stunde, zuzueglich mindestens 30 Min Lauferei.)
-------------
(fast zwoelf Stunden spaeter)
Ich hab heut nochmal mein Gepaeck ausgemistet.
Zum wievieltenmale? Egal. Diesmal hab ich ne Kiste mit Zeug in Treppenhaus gestellt zum Mitnehmen, wers brauchen kann. Wenn die Waesche trocken ist, wird auch der Textilsektor nochmal um 30% erleichtert. Dafuer belohn ich mich morgen mit einem Tagesausflug auf eine der vorgelagerten Inseln (zB Waiheke), vorausgesetzt ich finde schnell genug ein Postamt, das ein weiteres Haeufchen aussortierten Kram fuer mich nach Deutschland bringt.
Einen dringenden Rat hab ich noch fuer alle, die nach Neuseeland kommen (der gilt gleichermassen fuer Australien:) Vergesst Doener bzw hier nur bekannt als Kebab oder Kabab. Lohnt sich NIE. Frisch selbstgebackene Fladen koennen die sich nichtmal VORSTELLEN. Den obligatorischen Weiss- und Rotkohl hab ich hier noch nie dazu gesehen. Und das ist erst der Anfang: Der erste, den ich hatte, war mit komisch gewuerzten Hackfleischbroeckchen bestueckt. Dafuer durfte ich dann zwischen 6 verschiedenen Sossen waehlen. Hommos ist ja toll, Joghurt, Knoblauch kennt man. Aber Barbequeue? MAYO??? Ketschup?? Im Nachhinein haette ich vielleicht besser Ketschup genommen, denn das Ding machte keinen Sinn. Heute hab ichs nochmal versucht, denn zum Fruehstueck hatte ich doch schon wieder Sushi gehabt - gutes Pfund fuer 5 NZ$. Lammdoener gabs. Fuer 7,50. Mit Minzsosse (! Was kann da noch kommen). Jetzt koennte man sagen, war ich ja selber schuld, dass der nicht schmeckte. Aber das war nicht der Grund: Hat irgendwer von euch schonmal erlebt, dass im Angesicht des grossen Doenerspiesses der Servierer ein ganz anderes Fach oeffnet und lauwarmes Geschrapptes rausholt, das aussieht wie in der Microwelle aufgewaermter Tiefkuehlgyros (also nix mit Bratenkruste) - und auch so schmeckt, nur ohne die Gewuerze? Mein Beileid... aber doch bestimmt nicht in Deitschland oder in der Tuerkei, oder??
War trotzdem gut, dass ich da gegessen habe. Kam mit dem Ladenbesitzer ins Gespraech, der mir die Ueberlebensschwierigkeiten von Kleinunternehmen in Neuseeland erklaerte (halten sich wenige Jahre, scheitern an Markt, Infrastruktur und Steuer und gehen dann haushoch pleite. Das ist der Preis, den Einwanderer fuer ihre Staatsbuergerschaft bezahlen), und mit einer anderen Unternehmerin: Traditionell chinesische Massagepraxis mit Beautysalon und Akupunktur. Jeden Monat kommen Kunden, die ihre Einrichtung mit einem Bordell verwechseln. Sie ringt nach Worten und Namen, die den Leuten die dummen Ideen austreiben, verwahrt sich dagegen, auf die Dauer laufen ihr die guten Maedchen trotzdem weg und 9 von 10 anderen Chinesen sagen sie solle sich nicht so anstellen und mit dem Markt gehen. Wenn die Kunden das erwarten, sei doch schnelles Geld zu machen. Sie sagt, innerhalb von zwei Jahren sei das die normale Entwicklung einer Neugruendung in ihrer Branche, aber ihr Weg sei das nicht. Sie beobachte das mit Entsetzen. Die Frau schreibt an einem Buch. Eigentlich sollte es was romantisches werden, aber jetzt hat sie richtigen Stoff.
So siehts aus. Ueberall wo chronisch zuviele (entwurzelte) Leute sind.
Deswegen geh ich ja auch in die Hawkes Bay und mach mich irgendwie in der Apfelernte nuetzlich. Die Fahrt kostet soviel wie drei Tagesnetzkarten fuer Auckland und bringt mich in eine schoene Ecke, die Stefan und ich auf unserem Trip aus Zeitmangel ganz auslassen mussten.
Davor wirds hier nochmal richtig interessant: Wenn bei Euch dieses Jahr Aschermittwoch ist, haben die Neuseelaender ihren Nationalfeiertag: Waitangi Day, den Jahrestag der Unterzeichnung des Kolonialvertrages der Briten mit den Maori.
Und ich bin freiwilliger Helfer beim Waitangi day Festival in der Okahu Bay. Das beinhaltet hauptsaechlich Muellpolizei spielen und geht einher mit einer offiziell traditionell rituellen Aufnahme in den Stamm (Willkommenszeremonie, aber eben nicht fuer zahlende Touristen), Festreden, Essen am Vortag, Uebernachtung im Marae (Versammlungshaus), Frueh aufstehen und Muelltonnen aufbauen, Festival-Einsatz, Erdloch ausheben, Festival abbauen helfen und zum Abschluss ein Hangi (traditionell kochgrubengedaempftes Maori-Festessen) unter uns. Da freu ich mich drauf. Und am naechsten Morgen sag ich : "tschuess Auckland."
Jetzt sag ich Euch tschuess. Bin naemlich muede. Schoenen Rosenmontag, was auch immer Ihr anstellt.
Ach, bei Euch ist ja noch Sonntag.
Naja viel Spass eben!
Ich bin wieder alleine. Stefan ist nun seit ueber ner Woche wieder zuhause und so eben uebers Jetlag weg.
Location:
Ich haeng schon viel zu lange hier in Auckland, das heisst: erstmal bin ich gar nicht hin gekommen. In Manukau (per Auto recht praktisch nah am Flughafen), wo wir bei lieben Leuten untergekommen waren, fahren naemlich die Busse nur sehr spaerlich. Und man (ver)laeuft sich nen Affen bis zur Haltestelle. Oder um das Haus zu finden. Das ganze Wohnviertel besteht naemlich aus Schnellstrasse mit eingestreuten Flaechen aus weitlaeufigen labyrinthischen Sackgassen, die gleichfoermig einstoeckig bebaut sind und zur sonstigen 'Orientieung' so ziemlich denselben trockenen Rasen als Vorgarten haben. Das stellte ich fest, als ich zum erstenmal den Bus benutzte, naemlich nachdem Stefan und das Auto am Flughafen geblieben waren.
Nun, ich habe grob gepeilt, unnoetige Kilometer gefressen und wenn ich mal wieder falsch war, an Haustueren geklopft und gefragt, ob die Leute eine Strassenkarte haetten. (Die Strasse, wo unsere Freunde wohnen, kennt naemlich keiner, sie ist eine Microsackgasse, die von einer Minisackgasse abgeht.) Im Endeffekt, um es kurz zu machen, wurde ich fuendig und kam irgendwann fix und fertig 'zuhause' an.
(Einschub damaligen Gemuetslage:
Wenn man gerade den Liebsten aus symbiotischer Naehe wieder in die weite Welt entlassen hat und dann total verirrt in einer nicht fuer Fussgaenger gebauten Wohnwueste rumsteht, ist man unleugbar deplaciert und bis zur Besinnungslosigkeit einsam. Das kann ich Euch versichern. Die Frage laesst sich in dem Moment nicht abschuetteln: Was um alles in der Welt mache ich hier eigentlich?)
Stefan und ich hatten in unserm Zelt im Garten geschlafen. Nun wurde ich ins Babyzimmer umquartiert und das Baby zu den Eltern. Bin bis gestern bei ihnen geblieben und nun in ein Backpacker Hostel umgezogen, weil irgenwann ja auch mal gut sein muss. Hab die erste Nacht hinter mir und bin fuer die kommende besser vorbereitet: Hab die Ohrstopfen ausgegraben. Gestern, samstagnacht um halb drei(!!) im Zimmer donnerten die Baesse aus mindestens 4 verschiedenen Diskotheken, dazu wohlgelaunte Aufheuler von Automotoren und gelegentliches Suffgebruell. Fenster zumachen war nicht drin, in nem schwuelen Sechserzimmer. Haette bestimmt eh nichts gebracht, denn Doppelglas ist hier nicht ueblich. Tagsueber grollen die Motoren an der Infraschallgrenze, dass der Boden wackelt und ich belegte Ohren kriege, und das nur, weil sich in unserer Strasse alles staut. Wo wollen die bloss hin?
Naja, nochmal zur City: Ich hab es immer oefter gewagt, von Manukau nach Auckland zu pilgern. In der Zwischenzeit habe ich nette Busfahrer getroffen, von mir fremden aber ortskundigen Frauen Chauffeurdienste bekommen, ne Deutsche, die hier bleiben will, fuer nen Nachmittag in der City getroffen...
...sogar tolle Straende, gesellige BBQs mit weiteren Bekanntschaften und losen Einladungen zum Schnorcheln waren dabei.
Das aendert aber alles nix daran, dass ich mit dieser Stadt nicht warm werde.
Ali, der Nachbar meiner Freunde in Manukau, wird heute 5, ich bin zum Geburtstag eingeladen und stellte soeben (10:30 morgens) fest, dass laut meinen Fahrplaenen sonntags ueberhaup kein Bus da raus faehrt!!! (Und an Wochentagen ne volle Stunde, zuzueglich mindestens 30 Min Lauferei.)
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(fast zwoelf Stunden spaeter)
Ich hab heut nochmal mein Gepaeck ausgemistet.
Zum wievieltenmale? Egal. Diesmal hab ich ne Kiste mit Zeug in Treppenhaus gestellt zum Mitnehmen, wers brauchen kann. Wenn die Waesche trocken ist, wird auch der Textilsektor nochmal um 30% erleichtert. Dafuer belohn ich mich morgen mit einem Tagesausflug auf eine der vorgelagerten Inseln (zB Waiheke), vorausgesetzt ich finde schnell genug ein Postamt, das ein weiteres Haeufchen aussortierten Kram fuer mich nach Deutschland bringt.
Einen dringenden Rat hab ich noch fuer alle, die nach Neuseeland kommen (der gilt gleichermassen fuer Australien:) Vergesst Doener bzw hier nur bekannt als Kebab oder Kabab. Lohnt sich NIE. Frisch selbstgebackene Fladen koennen die sich nichtmal VORSTELLEN. Den obligatorischen Weiss- und Rotkohl hab ich hier noch nie dazu gesehen. Und das ist erst der Anfang: Der erste, den ich hatte, war mit komisch gewuerzten Hackfleischbroeckchen bestueckt. Dafuer durfte ich dann zwischen 6 verschiedenen Sossen waehlen. Hommos ist ja toll, Joghurt, Knoblauch kennt man. Aber Barbequeue? MAYO??? Ketschup?? Im Nachhinein haette ich vielleicht besser Ketschup genommen, denn das Ding machte keinen Sinn. Heute hab ichs nochmal versucht, denn zum Fruehstueck hatte ich doch schon wieder Sushi gehabt - gutes Pfund fuer 5 NZ$. Lammdoener gabs. Fuer 7,50. Mit Minzsosse (! Was kann da noch kommen). Jetzt koennte man sagen, war ich ja selber schuld, dass der nicht schmeckte. Aber das war nicht der Grund: Hat irgendwer von euch schonmal erlebt, dass im Angesicht des grossen Doenerspiesses der Servierer ein ganz anderes Fach oeffnet und lauwarmes Geschrapptes rausholt, das aussieht wie in der Microwelle aufgewaermter Tiefkuehlgyros (also nix mit Bratenkruste) - und auch so schmeckt, nur ohne die Gewuerze? Mein Beileid... aber doch bestimmt nicht in Deitschland oder in der Tuerkei, oder??
War trotzdem gut, dass ich da gegessen habe. Kam mit dem Ladenbesitzer ins Gespraech, der mir die Ueberlebensschwierigkeiten von Kleinunternehmen in Neuseeland erklaerte (halten sich wenige Jahre, scheitern an Markt, Infrastruktur und Steuer und gehen dann haushoch pleite. Das ist der Preis, den Einwanderer fuer ihre Staatsbuergerschaft bezahlen), und mit einer anderen Unternehmerin: Traditionell chinesische Massagepraxis mit Beautysalon und Akupunktur. Jeden Monat kommen Kunden, die ihre Einrichtung mit einem Bordell verwechseln. Sie ringt nach Worten und Namen, die den Leuten die dummen Ideen austreiben, verwahrt sich dagegen, auf die Dauer laufen ihr die guten Maedchen trotzdem weg und 9 von 10 anderen Chinesen sagen sie solle sich nicht so anstellen und mit dem Markt gehen. Wenn die Kunden das erwarten, sei doch schnelles Geld zu machen. Sie sagt, innerhalb von zwei Jahren sei das die normale Entwicklung einer Neugruendung in ihrer Branche, aber ihr Weg sei das nicht. Sie beobachte das mit Entsetzen. Die Frau schreibt an einem Buch. Eigentlich sollte es was romantisches werden, aber jetzt hat sie richtigen Stoff.
So siehts aus. Ueberall wo chronisch zuviele (entwurzelte) Leute sind.
Deswegen geh ich ja auch in die Hawkes Bay und mach mich irgendwie in der Apfelernte nuetzlich. Die Fahrt kostet soviel wie drei Tagesnetzkarten fuer Auckland und bringt mich in eine schoene Ecke, die Stefan und ich auf unserem Trip aus Zeitmangel ganz auslassen mussten.
Davor wirds hier nochmal richtig interessant: Wenn bei Euch dieses Jahr Aschermittwoch ist, haben die Neuseelaender ihren Nationalfeiertag: Waitangi Day, den Jahrestag der Unterzeichnung des Kolonialvertrages der Briten mit den Maori.
Und ich bin freiwilliger Helfer beim Waitangi day Festival in der Okahu Bay. Das beinhaltet hauptsaechlich Muellpolizei spielen und geht einher mit einer offiziell traditionell rituellen Aufnahme in den Stamm (Willkommenszeremonie, aber eben nicht fuer zahlende Touristen), Festreden, Essen am Vortag, Uebernachtung im Marae (Versammlungshaus), Frueh aufstehen und Muelltonnen aufbauen, Festival-Einsatz, Erdloch ausheben, Festival abbauen helfen und zum Abschluss ein Hangi (traditionell kochgrubengedaempftes Maori-Festessen) unter uns. Da freu ich mich drauf. Und am naechsten Morgen sag ich : "tschuess Auckland."
Jetzt sag ich Euch tschuess. Bin naemlich muede. Schoenen Rosenmontag, was auch immer Ihr anstellt.
Ach, bei Euch ist ja noch Sonntag.
Naja viel Spass eben!
Freitag, 18. Januar 2008
zammenfassung von stefan
nun bloggt der stefan mal, da wir nur noch wenig onlinezeit haben.
ich (stefan) reise in 3 tagen ab, und damit ist dieser gemeinsame trip dann leider zuende. viel gesehen auf jedenfall.
was war?
christchurch runter in die catlins, blaue seen, schafe und pinguine zaehlen, dann rueber nach fjordland, rumfahren und keinen fjord finden. mit einem boot, bus und wieder boot dann in den doubtful sound. irgendwo da noch drachen steigen lassen. weiter dann die westkueste wieder hoch. das wetter ist schlechter wie angekuendigt, die sandfliegen sind auch sauer. troztdem schauen wir uns den fox gletscher an. maechtig gewaltig :) dann mal zelten im einsamen wald und das zelt nass einpacken. nach einigen kilometern fahren wir zum abel tasman nationalpark. dort etwas wild campen und dann die mac donald farm besuchen. entspannen und wandern. puh, weiter nordwaerts. die faehre nach wellington nachts erwischen in der stadt irgendwo im auto schlafen, tagsueber das nationalmuseum ansehen und dann weiterfahren...
wir campen neben kuhweiden (nanu keine schafe) und werden zum fruehstuck von den besitzern eingeladen. sehr nett. dann weiter zu den vulkanen. tongario crossing mit extrem wanderung im alpinen gebiet. hui...
es wird besser: am naechsten tag springen wir aus einem flugzeug und legen uns abends in einen heissen bach der der irgendwo rumfliesst... weiter nach norden geht es zum hot water beach auf der coromandel halbinsel. unterwegs noch kiwifrucht bestaunen und nette leute treffen.
achja, im pazifik waren wir endlich mal schwimmen und drachensteigen am strand.
soweit von hier und gleich ist meine blogzeit um...
viele gruesse auch von der Sonja
Stefan
ich (stefan) reise in 3 tagen ab, und damit ist dieser gemeinsame trip dann leider zuende. viel gesehen auf jedenfall.
was war?
christchurch runter in die catlins, blaue seen, schafe und pinguine zaehlen, dann rueber nach fjordland, rumfahren und keinen fjord finden. mit einem boot, bus und wieder boot dann in den doubtful sound. irgendwo da noch drachen steigen lassen. weiter dann die westkueste wieder hoch. das wetter ist schlechter wie angekuendigt, die sandfliegen sind auch sauer. troztdem schauen wir uns den fox gletscher an. maechtig gewaltig :) dann mal zelten im einsamen wald und das zelt nass einpacken. nach einigen kilometern fahren wir zum abel tasman nationalpark. dort etwas wild campen und dann die mac donald farm besuchen. entspannen und wandern. puh, weiter nordwaerts. die faehre nach wellington nachts erwischen in der stadt irgendwo im auto schlafen, tagsueber das nationalmuseum ansehen und dann weiterfahren...
wir campen neben kuhweiden (nanu keine schafe) und werden zum fruehstuck von den besitzern eingeladen. sehr nett. dann weiter zu den vulkanen. tongario crossing mit extrem wanderung im alpinen gebiet. hui...
es wird besser: am naechsten tag springen wir aus einem flugzeug und legen uns abends in einen heissen bach der der irgendwo rumfliesst... weiter nach norden geht es zum hot water beach auf der coromandel halbinsel. unterwegs noch kiwifrucht bestaunen und nette leute treffen.
achja, im pazifik waren wir endlich mal schwimmen und drachensteigen am strand.
soweit von hier und gleich ist meine blogzeit um...
viele gruesse auch von der Sonja
Stefan
Donnerstag, 10. Januar 2008
Nelson zwischen Tuer und Angel
Mit dem nassen Zelt, triefend eingerolt in unserer gruenen Vielzweck-Wanne, ging es weiter Richtung Norden. Nebel, prasselnder Regen und der schon vertraute ueppige Kuestenwald. Ab Punakaiki, das ist da, wo die Pancake Rocks sind, mischen sich einige echte Palmen ins Bild. Ab Westport richtung Osten kam die langweiligste Strecke von ganz Neuseeland. Ich hab den Lonely Planet Reisefuehrer dreimal duchpfluegt und tatsaechlic nichts gefunden. Als wir dann erstmal fuhren, wurde klar, warum: Es gibt dort einfach nix, sogar fast keine Doerfer zu den Kuehen. Nur Serpentinen rauf und runter. Umso empfehlenswerter das Ziel der Strecke: Motueka. Schnuckliger Ort mit etwas hippigem Touch, Eingang zum Nationalpark Abel Tasman. Die Sonne kam wieder, es war schwuel, und ich zu platt fuer echte Wanderungen. Schade. Aber Voegel und so gabs auch auf den Short Walks und am Campingplatz. Hofe, der stefan haelt meine Doesigkeit noch ein bischen aus..
Jetzt steht er hinter mir, die Parkuhr laeuft bald ab. Wir wollen heute noch in Picton die Faehre nach Wellington nehmen. Also gehabt Euch wohl. Die richtigen Storys dauern immer zu lang fuers Internet. Ich versuchs weiter, und Ihr kommt mal vorbei, wenn ich wieder zurueck bin, okay?
Also Tschuess
Jetzt steht er hinter mir, die Parkuhr laeuft bald ab. Wir wollen heute noch in Picton die Faehre nach Wellington nehmen. Also gehabt Euch wohl. Die richtigen Storys dauern immer zu lang fuers Internet. Ich versuchs weiter, und Ihr kommt mal vorbei, wenn ich wieder zurueck bin, okay?
Also Tschuess
Montag, 7. Januar 2008
We(s)tland
Wir sind in Hokitoka, haben heute zum erstenmal ein nasses Zelt eingepackt, haben statt Jade Knochenschmuck gekauft und nur noch 3 min Internetzeit uebrig. Macht was draus. Hab im Wald wohl EINEN Kiwischrei gehoert diese Nacht. Gleich gehts ins Schwimmbad und dann weiter nordwaerts.
tschuess!
tschuess!
Freitag, 4. Januar 2008
alte Kamellen als neustes Lebenszeichen
Recycling! Dies ist aus einer Mail von letzter Woche. Das Interbet Cafe macht jetzt zu!
Ohne Gewaehr
::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Wir sind grad auf der Durchreise in Dunedin in nem
Cafe, wo wir nach dem leckeren Essen kurz gratis ins
Netz duerfen. Hab also noch nix wirklich gelesen, nur
das erste Bildchen mal aufgemacht und die ueberschrift
gelesen, kann aber absolut bestaetigen, dass
Kaenguruhs das letzte waren, was ich im Freien
gesichtet habe. Ameisenigel haette ich - so nah war
ich dran - sogar streicheln koennen, aber wer will das
schon.
Heute haben wir extrem seltene Gelbaugenpinguine aus
der Naehe beobachtet, Pelzrobben und einen Seeloewen
von oben und Albatrosse von unten.
...
Vorgestern sind wir von Christchurch aus losgefahren
und haben erstmal nur das Weite gesucht und DIE Weite
gefunden. Oder auch die Weide. Irgendwo an einem
Schotterweg, der vom Motorway 8 abgeht zwischen Lake
Tekapo und Geraldine. Da haben wir zum erstenmal unser
Zelt aufgebaut und am naechsten Tag schier endlos
Platz gehabt zum Drachensteigen oder um am eigenen
bachlauf entlang zu balancieren... aber wir wollten ja
weiter.
Haben also gestern wieder Land gewonnen und in Oamaru
eine Pinguinkolonie nur oberflaechlich besichtigt,
weil der Ort zum Warten auf deren naechtliche
Rush-Hour nicht ausreichend Zerstreuung bot. Immerhin
fand ich aber das Portemonnaie einer ausreichend
zerstreuten Australierin unweit des
Pinguintouristen-Parkplatzes (sicher vom Autodach
gefallen). Dieses ehrlich loszuwerden, gestaltete sich
in dem verschlafenen Nest schwierig, denn die Polizei
war schon um 18 Uhr nicht mehr besetzt. Wir haben dann
in der Karnkenhaus-Notaufnahme gegenueber geklingelt
und die Geldboerse dort abgegeben. Die Nacht haben wir
wieder gezeltet, und zwar direkt am Strand. Den Regen
hat das Zelt locker weggesteckt, und vom Wind ist es
ganz schnell wieder trocken gewesen.
Landschaftlich wirds zunehmend schoener.
Jetzt muss ich aber weg, denn wir duerfen nur 1h
parken.
Sei gegruesst und wunder Dich nicht, wenn dasselbe
bald im Blog wiederverwertet wird.
Ohne Gewaehr
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Wir sind grad auf der Durchreise in Dunedin in nem
Cafe, wo wir nach dem leckeren Essen kurz gratis ins
Netz duerfen. Hab also noch nix wirklich gelesen, nur
das erste Bildchen mal aufgemacht und die ueberschrift
gelesen, kann aber absolut bestaetigen, dass
Kaenguruhs das letzte waren, was ich im Freien
gesichtet habe. Ameisenigel haette ich - so nah war
ich dran - sogar streicheln koennen, aber wer will das
schon.
Heute haben wir extrem seltene Gelbaugenpinguine aus
der Naehe beobachtet, Pelzrobben und einen Seeloewen
von oben und Albatrosse von unten.
...
Vorgestern sind wir von Christchurch aus losgefahren
und haben erstmal nur das Weite gesucht und DIE Weite
gefunden. Oder auch die Weide. Irgendwo an einem
Schotterweg, der vom Motorway 8 abgeht zwischen Lake
Tekapo und Geraldine. Da haben wir zum erstenmal unser
Zelt aufgebaut und am naechsten Tag schier endlos
Platz gehabt zum Drachensteigen oder um am eigenen
bachlauf entlang zu balancieren... aber wir wollten ja
weiter.
Haben also gestern wieder Land gewonnen und in Oamaru
eine Pinguinkolonie nur oberflaechlich besichtigt,
weil der Ort zum Warten auf deren naechtliche
Rush-Hour nicht ausreichend Zerstreuung bot. Immerhin
fand ich aber das Portemonnaie einer ausreichend
zerstreuten Australierin unweit des
Pinguintouristen-Parkplatzes (sicher vom Autodach
gefallen). Dieses ehrlich loszuwerden, gestaltete sich
in dem verschlafenen Nest schwierig, denn die Polizei
war schon um 18 Uhr nicht mehr besetzt. Wir haben dann
in der Karnkenhaus-Notaufnahme gegenueber geklingelt
und die Geldboerse dort abgegeben. Die Nacht haben wir
wieder gezeltet, und zwar direkt am Strand. Den Regen
hat das Zelt locker weggesteckt, und vom Wind ist es
ganz schnell wieder trocken gewesen.
Landschaftlich wirds zunehmend schoener.
Jetzt muss ich aber weg, denn wir duerfen nur 1h
parken.
Sei gegruesst und wunder Dich nicht, wenn dasselbe
bald im Blog wiederverwertet wird.
Sonntag, 16. Dezember 2007
Frohes Fest / Happy Holidays
To all friends: I wish you a merry Christmas and a happy new year. This very tiny pretty poor-pixeled video is a snap from the Christmas Market in New Brighton, yesterday at noon. Europeans: look closely at the palm tree and the short skirts of the little girls. It's summer, of course. spot the tinsel scarves and belts if you can. Have yourself a good time, wherever you are.
Hallo Ihr Freunde all', ich wünsch Euch frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr. Obiges Mini-Video ist ein Schnappschuß vom Adventssingen auf dem Weihnachts-Flohmarkt in New Brighton. Wer genau hinsieht, wird zumindest die Palme und die sommerlichen Röckchen der kleinen Mädels erkennen. Die "Schals" etc sind in Wirklichkeit grüne und rote Lametta-Girlanden.
Für die Kölner noch folgendes Special:
Nä nä Marie, is dat nit schön...
mal andersrum. Down under eben.

Domspitzen (das war in Melbourne auf der Abstell-Etage eines Shoppingtempels).
Samstag, 15. Dezember 2007
Was Du heute kannst verschieben
Liebe Leute, Ihr habt ja recht.
Ich schreib überhaupt keine Eckdaten. Ich will ja, aber ich warte immer auf was originelles und laß dann den Rest doch aus.
Okay.
Ich bin in Christchurch, Canterbury, New Zealand, untergebracht bei Freunden über www.couchsurfing.com, hab statt ner Couch für paar Nächte luxuriöserweise ein wohnliches Gartenhäuschen (Doppelbett und Dusch/WC) für mich, bin bei den Familienaktivitäten willkommen (einschließlich Mahlzeiten), und das bis einschließlich zum 25. oder 26.12., das Wetter hier war sehr sommerlich, hat dann gemuckt und genässt, und kommt jetzt wieder in Form. "Jingle Bells" oder "Frosty the Snowman" sind hier derzeit recht beliebt, aber ich kann einfach nicht mitsingen, weil mir vor Lachen immer die Luft wegbleibt, so bizarr ist das.
Ansonsten wirkt es hier auf der Südinsel landschaftlich recht europäisch, wenn da die seltsamen Bäume etc nicht wären. Die Vögel hier sind nicht ganz so laut wie in Australien, singen aber auch hübsch, Schafe hab ich schon gesehen, Kiwis noch nicht, dafür aber einiger der einheimischen Enten und Wasserhühner. Aus den Fellen erlegter Possums, die als illegale Einwanderer und raubhafte Allesfresser ohne natürliche Feinde hier die einheimische Artenvielfalt gefährden macht man hier teure, aber ungeheuer gute, trendige und wohltätig/wohltuende Pullis, deren Erweb vom WWF ausdrücklich empfohlen wird. Wer möchte einen superweichwarmen, aktiv artenschützerischen (Plagenkontrolle) umweltfeundlichen neu-wiederverwerteten (verstricken statt verrotten) und biologisch irgendwann voll abbaubaren Pulli?... Oh mann ich schweife schon wieder ab. Das gute Zeug heißt Merino Possum, mehr öko geht gar nicht.
Am 22.12. kommt mein Liebster für nen ganzen Monat eingeflogen, und dann gehts nach einer kurzen Akklimatisationsphase mit Weihnachtsfeier rund um beide Inseln mit nem gemieteten Kombiwagen. Ende des Trips ist in Auckland.
Zum Geburtstag hab ich meinen Leuten eine Eissplittertorte kredenzt, ein Buch über die Seltsamkeit hiesiger Ortsnamen bekommen und mir selber eine leichte aber sehr tolle, echt günstige Gitarre gekauft.
Zur Zeit jobbe ich nicht, zahle aber auch keine Miete, sondern spüle haushaltsübliche Mengen Geschirr und steuere bestenfalls mal ein paar Lebensmittel nach Bedarf bei.
Hab ein gutes Leben, freue mich auf meinen Besuch und war heute endlich am Strand. Sehr schön. Meterlangen daumendicken gummiartigen Tang gefunden, der gar nicht eklig ist. Kein Müll auf dem klaren Wasser. Nichtmal der sonst so unvermeidliche dicke Meerschaum. Hier möchte ich mal tauchen.
So. Und jetzt muß ich ins Bett. In 8 Stunden und 10 Minuten werd ich von einer anderen Couchsurferin eingesammelt zu einem Ausflug nach Akaroa, der einzigen französischen Ansiedlung in Neuseeland. Das liegt auch am Wasser, und es gibt Albatrosse, Delphine und mit etwas Glück sogar Wale zu sehen. Und kraxelige Felsen. Da lohnt es sich, wach zu sein.
Nun seid Ihr endlich auch mal im Bild*! (* naja nicht wörtlich. Ging grad nicht. Sorry das Kamera-Datenkabel ist in der Hütte, Internet hab ich aber nur im Haus, und ich fang nach Mitternacht nicht noch die Rennerei an. Aber es gibt nochmal Fotos, okay?) Laßt es Euch gut gehen. Eßt ein Stück Baumkuchen und/oder Elisenlebkuchen für mich mit. Spekulatius gibts hier auch, Import aus Holland. Ist mir aber deutlich zu dröge. Dann doch lieber Barbequeue, Salat und Milchshake. Also Tschau.
Ich schreib überhaupt keine Eckdaten. Ich will ja, aber ich warte immer auf was originelles und laß dann den Rest doch aus.
Okay.
Ich bin in Christchurch, Canterbury, New Zealand, untergebracht bei Freunden über www.couchsurfing.com, hab statt ner Couch für paar Nächte luxuriöserweise ein wohnliches Gartenhäuschen (Doppelbett und Dusch/WC) für mich, bin bei den Familienaktivitäten willkommen (einschließlich Mahlzeiten), und das bis einschließlich zum 25. oder 26.12., das Wetter hier war sehr sommerlich, hat dann gemuckt und genässt, und kommt jetzt wieder in Form. "Jingle Bells" oder "Frosty the Snowman" sind hier derzeit recht beliebt, aber ich kann einfach nicht mitsingen, weil mir vor Lachen immer die Luft wegbleibt, so bizarr ist das.
Ansonsten wirkt es hier auf der Südinsel landschaftlich recht europäisch, wenn da die seltsamen Bäume etc nicht wären. Die Vögel hier sind nicht ganz so laut wie in Australien, singen aber auch hübsch, Schafe hab ich schon gesehen, Kiwis noch nicht, dafür aber einiger der einheimischen Enten und Wasserhühner. Aus den Fellen erlegter Possums, die als illegale Einwanderer und raubhafte Allesfresser ohne natürliche Feinde hier die einheimische Artenvielfalt gefährden macht man hier teure, aber ungeheuer gute, trendige und wohltätig/wohltuende Pullis, deren Erweb vom WWF ausdrücklich empfohlen wird. Wer möchte einen superweichwarmen, aktiv artenschützerischen (Plagenkontrolle) umweltfeundlichen neu-wiederverwerteten (verstricken statt verrotten) und biologisch irgendwann voll abbaubaren Pulli?... Oh mann ich schweife schon wieder ab. Das gute Zeug heißt Merino Possum, mehr öko geht gar nicht.
Am 22.12. kommt mein Liebster für nen ganzen Monat eingeflogen, und dann gehts nach einer kurzen Akklimatisationsphase mit Weihnachtsfeier rund um beide Inseln mit nem gemieteten Kombiwagen. Ende des Trips ist in Auckland.
Zum Geburtstag hab ich meinen Leuten eine Eissplittertorte kredenzt, ein Buch über die Seltsamkeit hiesiger Ortsnamen bekommen und mir selber eine leichte aber sehr tolle, echt günstige Gitarre gekauft.
Zur Zeit jobbe ich nicht, zahle aber auch keine Miete, sondern spüle haushaltsübliche Mengen Geschirr und steuere bestenfalls mal ein paar Lebensmittel nach Bedarf bei.
Hab ein gutes Leben, freue mich auf meinen Besuch und war heute endlich am Strand. Sehr schön. Meterlangen daumendicken gummiartigen Tang gefunden, der gar nicht eklig ist. Kein Müll auf dem klaren Wasser. Nichtmal der sonst so unvermeidliche dicke Meerschaum. Hier möchte ich mal tauchen.
So. Und jetzt muß ich ins Bett. In 8 Stunden und 10 Minuten werd ich von einer anderen Couchsurferin eingesammelt zu einem Ausflug nach Akaroa, der einzigen französischen Ansiedlung in Neuseeland. Das liegt auch am Wasser, und es gibt Albatrosse, Delphine und mit etwas Glück sogar Wale zu sehen. Und kraxelige Felsen. Da lohnt es sich, wach zu sein.
Nun seid Ihr endlich auch mal im Bild*! (* naja nicht wörtlich. Ging grad nicht. Sorry das Kamera-Datenkabel ist in der Hütte, Internet hab ich aber nur im Haus, und ich fang nach Mitternacht nicht noch die Rennerei an. Aber es gibt nochmal Fotos, okay?) Laßt es Euch gut gehen. Eßt ein Stück Baumkuchen und/oder Elisenlebkuchen für mich mit. Spekulatius gibts hier auch, Import aus Holland. Ist mir aber deutlich zu dröge. Dann doch lieber Barbequeue, Salat und Milchshake. Also Tschau.
Donnerstag, 6. Dezember 2007
Mal eben rüberfliegen
Ich bin gut angekommen in Neuseeland. Man sollte meinen, das wär ja nun keine Weltreise von Melbourne Tullamarine, AUS nach Christchurch, NZ und daher locker zu packen. Aber eigentlich ist auf diesem kurzen Flug mehr passiert als auf den beiden langen von Frankfurt über Singapur nach Melbourne...
Also, den Tag davor hatte ich zum größten Teil mit Aussortieren, Komprimieren und austüfteln meines Gepäcks zugebracht. Für die letzten Tage war ich dann doch noch zu Craig und seiner freundlichen WG "auf die Couch" umgezogen. Welche Wohltat! (Statt nochmal ne volle Wochenmiete zu zahlen und nichtmal sonderlich willkommen zu sein. Oh Mann. So doof bin ich nicht bald wieder. Anderes Kapitel. Abgehakt. Schiftlicher Fixierung unwürdig. Zurück zum Leben aus dem Rucksack...) Der Umzug war ne tolle Idee. Craig holte mich mit meinem Zeug ab. Ich hatte das für nett und bequem, aber nichtmal notwendig gehalten. Aber von wegen! 11 Wochen eigenes Zimmer hatten das Volumen meiner Habseligkeiten verdoppelt und das Gewicht immerhin um die Hälfte gesteigert. Im Klartext: 13 Kilo dahergelaufenes Zeug irgendwie wegzaubern (anrechnungsfreie Handgepäckstücke wie Computer, Reiseführer, Camera, Jacke etc. extra packen und lose rumschleppen) und/oder tatsächlich aussortieren und verschenken. Hin- und Hergepacke, Kontrollgang zur Waage, wieder alles raus... Und immer schön langsam, weil auch bedacht werden will, welche Gegenstände nicht ins Handgepäck dürfen und welche zur Deklaration am Zoll dringend greifbar sein sollten. Und nochmal langsamer, weils recht fatal ist, den Überblick zu verlieren... Naja. Als alle anderen von ihrem Tagwerk nach Hause kamen, war ich dann auch fertig. Den Abend haben wir, wie bereits üblich zu allesamt auf der Veranda im Vorgarten verbracht, einfach kuschlig dagesessen auf der Couch, die mir die beiden vorigen Nächte zum Biwak gedient hatte. Ich sag Euch, australische Vögel sind morgens RICHTIG laut. Und ich finds toll. Wegen der Nachbarn und weil es durch ergiebigen (hochwillkommenen) Regen doch deutlich kühler geworden war, sollte ich diese Nacht aber drinnen schlafen. Ich richtete mich auf dem Küchenfußboden ein und schlief recht gut.
Zum guten Start hatte ich den Wecker nicht gestellt, was bei einem Check-In-Ultimatum von 8:00 Uhr morgens etwas gewagt ist. Wurde aber glücklicherweise von einem Badezimmerbenutzer wachgepoltert und hatte noch Zeit für Katzenwäsche, Ankleiden und CaffeLatte plus 1 Scheibe Toast, bis Craig und ich und meine nun-nur-noch 3 Taschen dann um viertel nach sieben Richtung Airport losfuhren.
Viertel vor acht Rauswurf im Halteverbot vor Haupteingang, Blitzabschied und... tja. Denn man los. Die Gepäck-Trolleys hätte man für Münzen mieten müssen, die rauszusuchen ich keine Hand frei hatte (paradox?) und außerdem nicht einsah, denn es ging ja. Eins huckepack, eins rechts, eins links. Kopf benutzt und Tafel gelesen, Schalter gleich gefunden. Aufatmen. Dann Seufzer: Gut 70 Meter lange Schlange am Check-In. Im Prinzip beruhigend. Heißt es doch, daß sie mit Sicherheit nicht wie angedroht den Schalter um achte schließen können. Daß ich also gar nicht so spät dran bin. Och, ich hatte sogar noch Leute hinter mir. Nach 5 Metern überstandener Schlange gab meine am Vortag erworbene Laptop-Tasche (Made in China, 10 AU$, kam grad recht) unter dem Gewicht der zugepackten Freifracht (siehe oben) den Geist auf, das große Fach riß an der Naht auf und übrig blieb nur die schmale Hülle um den Computer, ohne Griff und alles. Mit dem notfallmäßigen Umpacken meines Krams in den (zum Glück geräumigen und robusten) Handrucksack brauchte ich den ganzen Rest der Anstehzeit. Bloß nicht aufregen. Ich spürte, wie das Adrenalin meinen Toast verbrannte und den Blutzucker ins Minus riß. Wenn man sowieso Gewicht vernichten muß, kommt australische Weichlakritze gerade recht. Ich wär aber gerne ausgeschert und hätte was vernünftiges zu essen besorgt. Nun gut, ich war ja schließlich dran, und es stellte sich heraus, daß mein Hauptgepäck noch 2 1/2 Kilo Luft hatte. Da die Dame am Schalter neu war und noch keine Ahnung von neuseeländischen Working Holiday Visa hatte, mußte sie noch lang und breit telefonisch nachfragen, ob ich denn wirklich mit einem Visum, das in einer Woche ausläuft, noch einreisen durfte. Ich erklärte ihr, daß dies das Verfallsdatum zum Antritt sei und die Haltbarkeit nach (Er-)Öffnung ein Jahr beträgt. Die Sicherheitszeiten gelten doch bloß fürs Verfallsdatum der Reisepässe an sich. Naja, nicht mein Bier. Sei ruhig schlauer als Dein Sachbearbeiter, aber behaupte es nicht. Sie wußte halt nicht so ganz. Konnte mir nur recht sein, gab es mir doch Zeit, noch einige der schwereren Teile noch notdürftig im Hauptrucki zu verstauen. Nicht genug. 600g war mein Handgepäck noch überm Limit. Da ich aber erklärte, darin befänden sich unter anderem 500g Lakritze, die ich nun sowieso killen würde, ging alles klar. Wäre eh okay gewesen. Die Camera mit den Akkus drum und dran war bestimmt 700g. Bloß weg hier! Hunger! Durst!
Am Schalter hatten sie meine 2/3 Laptoptaschen-Müll nicht entsorgen können. Mülleimer finden. Hinsetzen. Ich hab nen Arm zu wenig. Aus dem Lautsprecher die Ansage, man möge sein Gepäck nicht aus den Augen lassen. (Nicht wegen der Taschendiebe oder aus Fürsorglichkeit! Seit 9/11 werden Koffer unter hohem Bombenexpertenaufwand kostenpflichtig abgeschleppt.) Handrucki abstellen, Hinterfach ausräumen, Schleppi rein, alles neu stopfen, paßt zum Glück, bloß Jacke raus und umgebunden. Ach und die Lakritze. Eine Handvoll. Schnauf. Schwitz. Durst. Mist die Flasche ist leer. Toilette. Da gibts nur brühwarmes Wasser. Wat mut dat mut. Oh wie ihr mich alle mal kreuzweise könnt.
Auf zum Gate. Hurra noch 40 Minuten bis Toresschluß. Flasche austrinken. Erfrischend lauwarm inzwischen. Immerhin. Die Ziplock-Beutel für Flüssigkeiten. Jaja. Ich hab doch diesmal alles im großen Rucki, bis auf eine Creme im Vorderfach... äh, was ist denn das hier? Sch*** mein Schweizermesser. Nein!!! Und der Officer sagt ich muß es wohl wegschmeißen. Nixda. Ich wieder zum Check-In (wo noch immer Leute Schlange stehen), ruf die Frage übern Schalter, ob ich nochmal an mein Hauptgepäck dran kann, aber natürlich... ist es längst auf dem Weg. Das dachte ich mir. Nun kommen mir die kurzen Wege zupass, wie sie auch in Singapur angenehm sind. In Frankfurt würde folgendes Kunststück nicht gelingen, jedenfalls nicht innerhalb von 15 Minuten:
Ich bin rausgelaufen zur Halteverbotszone am Eingang und hab nach einigem Ausschauhalten einen Herrn gefragt, dessen jüngerer Passagier einen Rucksack aus dem Kofferraum zog. Ob er auch fliege oder hier bleibe. - Nönö, nur der Junior. - Na dann fröhliche Weihnachten. Hier ist mein Schweizermesser. Das war dummerweise im falschen Rucksack. Ich wills nicht wegschmeißen. - Ooh! Wow! - Jau no worries viel Spaß. ... und weg war ich. Das tat nicht ganz so weh, wenn wenigstens jemand was davon hat. (Erst heute fällt mir ein, daß ich den Sachverhalt auch durchaus jemandem aus der immer noch nicht abgerissenen Schlange für meinen eigenen Flug hätte erklären und das Ding evtl. doch hätte wiederkriegen können.)
Also endlich rein zur Handgepäck-Kontrolle. Schlangestehen, technisches, flüssiges, metallisches aus- und extra packen, Röntgenfließband, beginne wieder einzupacken... - "Sind das alle ihre Flüssigkeiten?" - "Ja, den Rest hab ich diesmal im Hauptgepäck" (nicht ohne Stolz) - " Da ist aber noch irgendwas im Rucksack" - "Oh. Au nee. Zahnpasta und so in dem Not-Täschchen, das ich immer rumschlepp." ...Ausgepackt, geöffnet, zum Vorschein kommt: besagte 1 TL Zahnpasta-Rest-Minitube, 1ml Atemfrisch-Tropfen, ein Sojasoßenfischchen voll Desinfektionsmittel, ein Sonnen-Lippenstift... oh. Puh. Nochmal aufs Band. Nun aber! - "Ma'am, haben Sie Thunfischdosen im Rucksack?" - "Nee... ach, aber da sind noch paar Metalldöschen mit Bonbons, sorry." Noch mehr ausgepackt und - Huch! Zwischen den kompakt vertüteten Keksen und Müsliriegeln finden neben den Pastillendöschen auch zwei Portionen Gourmet-Thunfisch. Und zwei Soasoßenfischchen. Und eine Portion Tomatenketschup, 2 Portionsbeutel Sushi-Ingwer in Scheiben und 1x Wasabi. Langsam wirds peinlich. Sie haben mich dann wieder einpacken lassen. Nicht ohne nochmal zu röntgen. (Später fiel mir auf, daß sie mich dabei trotzdem aktiv durchgewunken haben. Denn nicht nur die Proviantsektion war unnützerweise im Handrucki gelandet, sondern auch die Souvenirtüte mit ner angebrochenen Zehnerpackung 4711 Eau-de-Cologne Minis. Sie hätten mich also nochmals zum Auspacken nötigen dürfen. Aber der Organisatiosgrad meines Gepäcks entsprach wohl eher nicht dem Profil eines kaltblütigen Bombenatteantäters. Danke Jungs!)
Alles wieder an Ort und Stelle zu stopfen, brauchte so lange, daß einer der Officers feixte, ob wir uns schonmal gesehen hätten, ich käme ihm so bekannt vor. (Grmbwhahaha.) Nach mir kam keiner mehr. Hatten mich alle überholt. Der Blick auf die Uhr resultierte in milder Panik: Viertelstunde über Boarding Deadline. Wo war mein verdammtes Gate? Hinter einer Säule und kaum zu finden. Die Schlange betrug 5 Leute oder so, aber nach mir kamen noch welche dazugetröpfelt. Wieder aufatmen.
An Bord fröhlich-freundliche Stewardessen, die einem den Platz anweisen... Und der ist doch tatsächlich bereits besetzt. Die Dame, die da sitzt, hat wirklichlich dieselbe Sitzplatznummer auf ihrem Ticket wie ich. Das käme schonmal vor, sagt die Stewardess. Und dirigiert mich vorläufig auf den nächstfreien Platz, um den Gang frei zu machen. Nach drei Minuten kommt bereits dessen rechtmäßiger Be-Sitzer und ich werde vernünftigerweise ins Stewardessen-Kabuff eskortiert, von wo ich beobachten kann, wie sich die Stitze füllen und der Gang langsam leert. Och, denk ich mir, ist ja diesmal nicht meine Schuld. Und ich hätt nix dagegen, nen Crewsitz zu bekommen. Aber es kommt anders. Irgendein Sitz ist frei geblieben, netterweise ein Gangplatz wie der, den ich hätte haben sollen. Na gut.
Sehr gut, wie sich herausstellt. Denn meine Sitznachbarn sind Kiwis, ein sehr freundlicher Papa, der mir gut eine Stunde lang tolle Tips über Neuseeland gibt sowie für den Rest der Zeit ungefragt ein Paar originalverpackte Airline-Ohrhörer für mich übrig hat mit mittelgroßer Tochter, die liebend gerne meine verbleibende Lakritze genießt und dafür bläulichen Sirup aus der Tube anbietet und die letzten Pringles teilt.
Der Flug selbst startet 55 Minuten zu spät, der Käpten faselt was von Papierkram, der dran schuld sei und eine Hauptstewardess gibt unterhaltsame Geschichten zum besten von den abgedrehtesten Schmerzensgeldprozessen des Jahres. Amerika natürlich. Den Rekord hält der Kerl, dem gegenüber seinem Nachbarn 700.000 $ zugesprochen wurden dafür, daß dieser ihm mit dem Auto über beide Hände gefahren sei. Der Clou an der Geschichte: Der Kläger war gerade damit beschäftigt, dem Beklagten die Reifen zu stehlen, als dieser, ohne den Vorgang zu bemerken, nunja, losfuhr.
Also, es gelang der Stewardess somit offensichtlich, die Passagiere bei Laune zu halten. Überhaupt laß ich auch mit der Sitzplatzpanne und der Verspätung auf Virgin Air nichts kommen. Für ne Billig-Airline, alle Achtung! Essen und Trinken mußte man zwar kaufen, aber flotte Sprüche gabs gratis, dazu Gymnastik vor der Landung. Entertainmentqualitäten sehr hoch.
In Christchurch gelandet zunächst mal Passkontrolle. Die Passdame war etwas ungehalten, daß ich meine Visabedingungen nicht ausgedruckt hatte. Wieso? Das stand nirgendwo. Ich konnte ihr die Bedingungen aber aufsagen. Nein, ich habe kein Rückflugticket, das war nur empfohlen, nicht verpflichtend. Rückflug ab Australien ist allerdings gebucht, und den Flug von Neuseeland nach Australien werde ich buchen, wenn ich weiß, wohin es mich verschlägt, also ab wo ich fliege. 4200 NZ$ muß ich nachweisen können und kanns auch. Es ist ein E-Visum, das als Dokument erst bei Einreise erstellt wird, ich hab ne Nummer, und aus der sollte für Wissende der Rest hervorgehen. Am Ende hat sie mir den Stempel gegeben inclusive Arbeitserlaubnis, und das, ohne irgendwas nachzuschlagen. Aber auch, ohne irgendwo ein "aha" in den Augen im Laufe meiner Erläuterung. Also einfach so? Bei Check-In Leuten versteh ich das noch, daß sie sich nicht auskennen. Aber Zollbeamte? Muß man für solche Jobs keine Fortbildngen machen? Seltsam.
Und dann schlug nochmal die Stunde der Wahrheit. Ich hatte genug Ärger gehabt. Daß man Holz, Stroh, Samen aller Art nicht undeklariert einführen darf, war mir bekannt. Nun hatte der Zollschein, den wir im Flieger erhalten hatten, auch noch die paar Muscheln und Seeschnecken, die von meiner stolzen Naturaliensammlung geblieben waren, als unerwünscht gebrandmarkt. Die waren kein Wort wert, und erst recht keinen Nerv mehr. Hauptrucksack vom Band geholt, aufgemacht, Dekotüte raus, Rucksack zu, Zwerg gerettet, Rest in den Müll. Meine Nerven. Diesmal wieder selber schuld und komplett letzte in der Schlange. "Ham sie was zu verzollen?" - "Lebensmittel." - "Welche? Kekse, Nußriegel, Thunfischdosen" - "Kein Thema. Erde an den Schuhsohlen?" - "Meine Boots sind sauber" (die Hufe zur Begutachtung auf Zuruf hebend) "die Sandalen hab ich schon außen dran gepackt. Die sind etwas schmutzig." - "Oh das bißchen geht klar." - Ich war ein wenig enttäuscht. Am australischen Zoll hatte ich immerhin auf Socken rumgestanden und blitzblanke Schuhe wiedergekriegt. Den Strohhalm aus Bodensee im Eichsfeld, meinen Heimkomm-Anker mit Stammplatz im Portemonnaie, hab ich diesmal nicht deklariert. Igrendwo hörts mal auf.
Zu meinen supernetten Gastgebern wars dann nochmal ne kleine Schnitzeljagd unter Einbeziehung etlicher Einheimischer. Weil die Neuseeländische Handykarte, die ich am direkt am Flughafenausgang erworben hatte, zunächst so kompliziert aufgeladen werden mußte, daß ich es vorzog, zum ersten anruf eine Telefonmünze zu schnorren und am Ziel meiner Bus-Anfahrt , anstatt nochmal zur Abholung anzurufen, laut Wegweisung der lieben Nachbarn etwas kreuz und quer die Landschaft zu erkunden, bis ein Autofahrer mich fragte, ob ich so verloren sei, wie ich aussähe (er hatte mich schon vor ner Viertelstunde vollgepackt rumlaufen sehen) - und mich die letzen 700m zielsicher vor die Tür brachte. Auf jeden Fall ist es schön hier.
Ich warte jetzt zwei Wochen auf meinen Liebsten und mache in der Zwischenzeit die Gegend unsicher. Stadtführung ist morgen angesagt. Die Nachbarschaft hab ich gestern und heute schon ertigert. Ich bin sogar seit heute stolze Besitzerin einer örtlichen Büchereikarte! Ist nicht schwer, hier reinzukommen. Also auch nach obigem Bericht: Macht Euch mal keine Sorgen.
Also, den Tag davor hatte ich zum größten Teil mit Aussortieren, Komprimieren und austüfteln meines Gepäcks zugebracht. Für die letzten Tage war ich dann doch noch zu Craig und seiner freundlichen WG "auf die Couch" umgezogen. Welche Wohltat! (Statt nochmal ne volle Wochenmiete zu zahlen und nichtmal sonderlich willkommen zu sein. Oh Mann. So doof bin ich nicht bald wieder. Anderes Kapitel. Abgehakt. Schiftlicher Fixierung unwürdig. Zurück zum Leben aus dem Rucksack...) Der Umzug war ne tolle Idee. Craig holte mich mit meinem Zeug ab. Ich hatte das für nett und bequem, aber nichtmal notwendig gehalten. Aber von wegen! 11 Wochen eigenes Zimmer hatten das Volumen meiner Habseligkeiten verdoppelt und das Gewicht immerhin um die Hälfte gesteigert. Im Klartext: 13 Kilo dahergelaufenes Zeug irgendwie wegzaubern (anrechnungsfreie Handgepäckstücke wie Computer, Reiseführer, Camera, Jacke etc. extra packen und lose rumschleppen) und/oder tatsächlich aussortieren und verschenken. Hin- und Hergepacke, Kontrollgang zur Waage, wieder alles raus... Und immer schön langsam, weil auch bedacht werden will, welche Gegenstände nicht ins Handgepäck dürfen und welche zur Deklaration am Zoll dringend greifbar sein sollten. Und nochmal langsamer, weils recht fatal ist, den Überblick zu verlieren... Naja. Als alle anderen von ihrem Tagwerk nach Hause kamen, war ich dann auch fertig. Den Abend haben wir, wie bereits üblich zu allesamt auf der Veranda im Vorgarten verbracht, einfach kuschlig dagesessen auf der Couch, die mir die beiden vorigen Nächte zum Biwak gedient hatte. Ich sag Euch, australische Vögel sind morgens RICHTIG laut. Und ich finds toll. Wegen der Nachbarn und weil es durch ergiebigen (hochwillkommenen) Regen doch deutlich kühler geworden war, sollte ich diese Nacht aber drinnen schlafen. Ich richtete mich auf dem Küchenfußboden ein und schlief recht gut.
Zum guten Start hatte ich den Wecker nicht gestellt, was bei einem Check-In-Ultimatum von 8:00 Uhr morgens etwas gewagt ist. Wurde aber glücklicherweise von einem Badezimmerbenutzer wachgepoltert und hatte noch Zeit für Katzenwäsche, Ankleiden und CaffeLatte plus 1 Scheibe Toast, bis Craig und ich und meine nun-nur-noch 3 Taschen dann um viertel nach sieben Richtung Airport losfuhren.
Viertel vor acht Rauswurf im Halteverbot vor Haupteingang, Blitzabschied und... tja. Denn man los. Die Gepäck-Trolleys hätte man für Münzen mieten müssen, die rauszusuchen ich keine Hand frei hatte (paradox?) und außerdem nicht einsah, denn es ging ja. Eins huckepack, eins rechts, eins links. Kopf benutzt und Tafel gelesen, Schalter gleich gefunden. Aufatmen. Dann Seufzer: Gut 70 Meter lange Schlange am Check-In. Im Prinzip beruhigend. Heißt es doch, daß sie mit Sicherheit nicht wie angedroht den Schalter um achte schließen können. Daß ich also gar nicht so spät dran bin. Och, ich hatte sogar noch Leute hinter mir. Nach 5 Metern überstandener Schlange gab meine am Vortag erworbene Laptop-Tasche (Made in China, 10 AU$, kam grad recht) unter dem Gewicht der zugepackten Freifracht (siehe oben) den Geist auf, das große Fach riß an der Naht auf und übrig blieb nur die schmale Hülle um den Computer, ohne Griff und alles. Mit dem notfallmäßigen Umpacken meines Krams in den (zum Glück geräumigen und robusten) Handrucksack brauchte ich den ganzen Rest der Anstehzeit. Bloß nicht aufregen. Ich spürte, wie das Adrenalin meinen Toast verbrannte und den Blutzucker ins Minus riß. Wenn man sowieso Gewicht vernichten muß, kommt australische Weichlakritze gerade recht. Ich wär aber gerne ausgeschert und hätte was vernünftiges zu essen besorgt. Nun gut, ich war ja schließlich dran, und es stellte sich heraus, daß mein Hauptgepäck noch 2 1/2 Kilo Luft hatte. Da die Dame am Schalter neu war und noch keine Ahnung von neuseeländischen Working Holiday Visa hatte, mußte sie noch lang und breit telefonisch nachfragen, ob ich denn wirklich mit einem Visum, das in einer Woche ausläuft, noch einreisen durfte. Ich erklärte ihr, daß dies das Verfallsdatum zum Antritt sei und die Haltbarkeit nach (Er-)Öffnung ein Jahr beträgt. Die Sicherheitszeiten gelten doch bloß fürs Verfallsdatum der Reisepässe an sich. Naja, nicht mein Bier. Sei ruhig schlauer als Dein Sachbearbeiter, aber behaupte es nicht. Sie wußte halt nicht so ganz. Konnte mir nur recht sein, gab es mir doch Zeit, noch einige der schwereren Teile noch notdürftig im Hauptrucki zu verstauen. Nicht genug. 600g war mein Handgepäck noch überm Limit. Da ich aber erklärte, darin befänden sich unter anderem 500g Lakritze, die ich nun sowieso killen würde, ging alles klar. Wäre eh okay gewesen. Die Camera mit den Akkus drum und dran war bestimmt 700g. Bloß weg hier! Hunger! Durst!
Am Schalter hatten sie meine 2/3 Laptoptaschen-Müll nicht entsorgen können. Mülleimer finden. Hinsetzen. Ich hab nen Arm zu wenig. Aus dem Lautsprecher die Ansage, man möge sein Gepäck nicht aus den Augen lassen. (Nicht wegen der Taschendiebe oder aus Fürsorglichkeit! Seit 9/11 werden Koffer unter hohem Bombenexpertenaufwand kostenpflichtig abgeschleppt.) Handrucki abstellen, Hinterfach ausräumen, Schleppi rein, alles neu stopfen, paßt zum Glück, bloß Jacke raus und umgebunden. Ach und die Lakritze. Eine Handvoll. Schnauf. Schwitz. Durst. Mist die Flasche ist leer. Toilette. Da gibts nur brühwarmes Wasser. Wat mut dat mut. Oh wie ihr mich alle mal kreuzweise könnt.
Auf zum Gate. Hurra noch 40 Minuten bis Toresschluß. Flasche austrinken. Erfrischend lauwarm inzwischen. Immerhin. Die Ziplock-Beutel für Flüssigkeiten. Jaja. Ich hab doch diesmal alles im großen Rucki, bis auf eine Creme im Vorderfach... äh, was ist denn das hier? Sch*** mein Schweizermesser. Nein!!! Und der Officer sagt ich muß es wohl wegschmeißen. Nixda. Ich wieder zum Check-In (wo noch immer Leute Schlange stehen), ruf die Frage übern Schalter, ob ich nochmal an mein Hauptgepäck dran kann, aber natürlich... ist es längst auf dem Weg. Das dachte ich mir. Nun kommen mir die kurzen Wege zupass, wie sie auch in Singapur angenehm sind. In Frankfurt würde folgendes Kunststück nicht gelingen, jedenfalls nicht innerhalb von 15 Minuten:
Ich bin rausgelaufen zur Halteverbotszone am Eingang und hab nach einigem Ausschauhalten einen Herrn gefragt, dessen jüngerer Passagier einen Rucksack aus dem Kofferraum zog. Ob er auch fliege oder hier bleibe. - Nönö, nur der Junior. - Na dann fröhliche Weihnachten. Hier ist mein Schweizermesser. Das war dummerweise im falschen Rucksack. Ich wills nicht wegschmeißen. - Ooh! Wow! - Jau no worries viel Spaß. ... und weg war ich. Das tat nicht ganz so weh, wenn wenigstens jemand was davon hat. (Erst heute fällt mir ein, daß ich den Sachverhalt auch durchaus jemandem aus der immer noch nicht abgerissenen Schlange für meinen eigenen Flug hätte erklären und das Ding evtl. doch hätte wiederkriegen können.)
Also endlich rein zur Handgepäck-Kontrolle. Schlangestehen, technisches, flüssiges, metallisches aus- und extra packen, Röntgenfließband, beginne wieder einzupacken... - "Sind das alle ihre Flüssigkeiten?" - "Ja, den Rest hab ich diesmal im Hauptgepäck" (nicht ohne Stolz) - " Da ist aber noch irgendwas im Rucksack" - "Oh. Au nee. Zahnpasta und so in dem Not-Täschchen, das ich immer rumschlepp." ...Ausgepackt, geöffnet, zum Vorschein kommt: besagte 1 TL Zahnpasta-Rest-Minitube, 1ml Atemfrisch-Tropfen, ein Sojasoßenfischchen voll Desinfektionsmittel, ein Sonnen-Lippenstift... oh. Puh. Nochmal aufs Band. Nun aber! - "Ma'am, haben Sie Thunfischdosen im Rucksack?" - "Nee... ach, aber da sind noch paar Metalldöschen mit Bonbons, sorry." Noch mehr ausgepackt und - Huch! Zwischen den kompakt vertüteten Keksen und Müsliriegeln finden neben den Pastillendöschen auch zwei Portionen Gourmet-Thunfisch. Und zwei Soasoßenfischchen. Und eine Portion Tomatenketschup, 2 Portionsbeutel Sushi-Ingwer in Scheiben und 1x Wasabi. Langsam wirds peinlich. Sie haben mich dann wieder einpacken lassen. Nicht ohne nochmal zu röntgen. (Später fiel mir auf, daß sie mich dabei trotzdem aktiv durchgewunken haben. Denn nicht nur die Proviantsektion war unnützerweise im Handrucki gelandet, sondern auch die Souvenirtüte mit ner angebrochenen Zehnerpackung 4711 Eau-de-Cologne Minis. Sie hätten mich also nochmals zum Auspacken nötigen dürfen. Aber der Organisatiosgrad meines Gepäcks entsprach wohl eher nicht dem Profil eines kaltblütigen Bombenatteantäters. Danke Jungs!)
Alles wieder an Ort und Stelle zu stopfen, brauchte so lange, daß einer der Officers feixte, ob wir uns schonmal gesehen hätten, ich käme ihm so bekannt vor. (Grmbwhahaha.) Nach mir kam keiner mehr. Hatten mich alle überholt. Der Blick auf die Uhr resultierte in milder Panik: Viertelstunde über Boarding Deadline. Wo war mein verdammtes Gate? Hinter einer Säule und kaum zu finden. Die Schlange betrug 5 Leute oder so, aber nach mir kamen noch welche dazugetröpfelt. Wieder aufatmen.
An Bord fröhlich-freundliche Stewardessen, die einem den Platz anweisen... Und der ist doch tatsächlich bereits besetzt. Die Dame, die da sitzt, hat wirklichlich dieselbe Sitzplatznummer auf ihrem Ticket wie ich. Das käme schonmal vor, sagt die Stewardess. Und dirigiert mich vorläufig auf den nächstfreien Platz, um den Gang frei zu machen. Nach drei Minuten kommt bereits dessen rechtmäßiger Be-Sitzer und ich werde vernünftigerweise ins Stewardessen-Kabuff eskortiert, von wo ich beobachten kann, wie sich die Stitze füllen und der Gang langsam leert. Och, denk ich mir, ist ja diesmal nicht meine Schuld. Und ich hätt nix dagegen, nen Crewsitz zu bekommen. Aber es kommt anders. Irgendein Sitz ist frei geblieben, netterweise ein Gangplatz wie der, den ich hätte haben sollen. Na gut.
Sehr gut, wie sich herausstellt. Denn meine Sitznachbarn sind Kiwis, ein sehr freundlicher Papa, der mir gut eine Stunde lang tolle Tips über Neuseeland gibt sowie für den Rest der Zeit ungefragt ein Paar originalverpackte Airline-Ohrhörer für mich übrig hat mit mittelgroßer Tochter, die liebend gerne meine verbleibende Lakritze genießt und dafür bläulichen Sirup aus der Tube anbietet und die letzten Pringles teilt.
Der Flug selbst startet 55 Minuten zu spät, der Käpten faselt was von Papierkram, der dran schuld sei und eine Hauptstewardess gibt unterhaltsame Geschichten zum besten von den abgedrehtesten Schmerzensgeldprozessen des Jahres. Amerika natürlich. Den Rekord hält der Kerl, dem gegenüber seinem Nachbarn 700.000 $ zugesprochen wurden dafür, daß dieser ihm mit dem Auto über beide Hände gefahren sei. Der Clou an der Geschichte: Der Kläger war gerade damit beschäftigt, dem Beklagten die Reifen zu stehlen, als dieser, ohne den Vorgang zu bemerken, nunja, losfuhr.
Also, es gelang der Stewardess somit offensichtlich, die Passagiere bei Laune zu halten. Überhaupt laß ich auch mit der Sitzplatzpanne und der Verspätung auf Virgin Air nichts kommen. Für ne Billig-Airline, alle Achtung! Essen und Trinken mußte man zwar kaufen, aber flotte Sprüche gabs gratis, dazu Gymnastik vor der Landung. Entertainmentqualitäten sehr hoch.
In Christchurch gelandet zunächst mal Passkontrolle. Die Passdame war etwas ungehalten, daß ich meine Visabedingungen nicht ausgedruckt hatte. Wieso? Das stand nirgendwo. Ich konnte ihr die Bedingungen aber aufsagen. Nein, ich habe kein Rückflugticket, das war nur empfohlen, nicht verpflichtend. Rückflug ab Australien ist allerdings gebucht, und den Flug von Neuseeland nach Australien werde ich buchen, wenn ich weiß, wohin es mich verschlägt, also ab wo ich fliege. 4200 NZ$ muß ich nachweisen können und kanns auch. Es ist ein E-Visum, das als Dokument erst bei Einreise erstellt wird, ich hab ne Nummer, und aus der sollte für Wissende der Rest hervorgehen. Am Ende hat sie mir den Stempel gegeben inclusive Arbeitserlaubnis, und das, ohne irgendwas nachzuschlagen. Aber auch, ohne irgendwo ein "aha" in den Augen im Laufe meiner Erläuterung. Also einfach so? Bei Check-In Leuten versteh ich das noch, daß sie sich nicht auskennen. Aber Zollbeamte? Muß man für solche Jobs keine Fortbildngen machen? Seltsam.
Und dann schlug nochmal die Stunde der Wahrheit. Ich hatte genug Ärger gehabt. Daß man Holz, Stroh, Samen aller Art nicht undeklariert einführen darf, war mir bekannt. Nun hatte der Zollschein, den wir im Flieger erhalten hatten, auch noch die paar Muscheln und Seeschnecken, die von meiner stolzen Naturaliensammlung geblieben waren, als unerwünscht gebrandmarkt. Die waren kein Wort wert, und erst recht keinen Nerv mehr. Hauptrucksack vom Band geholt, aufgemacht, Dekotüte raus, Rucksack zu, Zwerg gerettet, Rest in den Müll. Meine Nerven. Diesmal wieder selber schuld und komplett letzte in der Schlange. "Ham sie was zu verzollen?" - "Lebensmittel." - "Welche? Kekse, Nußriegel, Thunfischdosen" - "Kein Thema. Erde an den Schuhsohlen?" - "Meine Boots sind sauber" (die Hufe zur Begutachtung auf Zuruf hebend) "die Sandalen hab ich schon außen dran gepackt. Die sind etwas schmutzig." - "Oh das bißchen geht klar." - Ich war ein wenig enttäuscht. Am australischen Zoll hatte ich immerhin auf Socken rumgestanden und blitzblanke Schuhe wiedergekriegt. Den Strohhalm aus Bodensee im Eichsfeld, meinen Heimkomm-Anker mit Stammplatz im Portemonnaie, hab ich diesmal nicht deklariert. Igrendwo hörts mal auf.
Zu meinen supernetten Gastgebern wars dann nochmal ne kleine Schnitzeljagd unter Einbeziehung etlicher Einheimischer. Weil die Neuseeländische Handykarte, die ich am direkt am Flughafenausgang erworben hatte, zunächst so kompliziert aufgeladen werden mußte, daß ich es vorzog, zum ersten anruf eine Telefonmünze zu schnorren und am Ziel meiner Bus-Anfahrt , anstatt nochmal zur Abholung anzurufen, laut Wegweisung der lieben Nachbarn etwas kreuz und quer die Landschaft zu erkunden, bis ein Autofahrer mich fragte, ob ich so verloren sei, wie ich aussähe (er hatte mich schon vor ner Viertelstunde vollgepackt rumlaufen sehen) - und mich die letzen 700m zielsicher vor die Tür brachte. Auf jeden Fall ist es schön hier.
Ich warte jetzt zwei Wochen auf meinen Liebsten und mache in der Zwischenzeit die Gegend unsicher. Stadtführung ist morgen angesagt. Die Nachbarschaft hab ich gestern und heute schon ertigert. Ich bin sogar seit heute stolze Besitzerin einer örtlichen Büchereikarte! Ist nicht schwer, hier reinzukommen. Also auch nach obigem Bericht: Macht Euch mal keine Sorgen.
Freitag, 30. November 2007
Viechzeug
Warum schreibe ich immer über Tierchen. Schon wieder. Possende Pissums und jetzt das:


Die Antwort ist banal: Das Kapitel über meinen inzwischen abgedankten Job, auf das so viele warten, wird zu lang. Es ist drei Uhr morgens. Ich weiß Ihr wartet auf irgendwas.
Also es gibt gute Nachrichten: Dem Tierchen geht es prima. Mir auch. Ich habs beim nächtlichen Heimkommen in der Küche ertappt. Fußboden, wo die Krümel sind. Die Wand hats nur genommen, weil ich auf Fotogenität gedrängt habe. Es ist KEIN INSEKT, sondern ein Krustentier, wie alle Asseln und Hundert-, Tausend- Quazzrillounenfüßler. Sieht doch ziemlich so aus wie ne Eismeergarnele. In echt war es viel durchsichtiger als auf dem oberen Foto - ich hab mit dem Kontrast gespielt, damit Ihr besser die Beine zählen könnt. (Streber machen jetzt bitte eine Pause, evaluieren die Extremitäten auf der Abbildung und merken sich das Ergbnis zum Vergleich mit der Auflösung am Ende des Textes.)
Preisfrage! Was ist ekliger: Sowas nachts aufm Küchenboden (hat ganz still gehalten) oder paar winzige wuselige Ameisen (sugar ants) tagsüber auf der Anrichte?
Antwort: Weder - noch. Das ist mir beides schnurzegal, solangs nicht aus meinem Proviant rauskriecht. Was mir wirklich den Magen umdreht, ist eine Dose Insektenspray (Mortein Power Ball - kills fast) auf der Anrichte, wo ich mein Brot schmieren will, wochenlang. Es kommt aber noch besser. Wo ich kotzen könnte, das ist, wenn ich morgens in die Küche komme und finde auf der Anrichte verstreut eine Kohorte toter Mini-Ameisen. Daneben die stolze Dose Mortein. Gewischt ist trotzdem nicht. Dabei hätte Wischen alleine genügt, um den Zug zu unterbrechen, Duftspur bereinigt, Truppe demoralisiert, garantiert. Klar hätte ich das Schandmal wegmachen können. Aber die Wahrheit, der Totz und die Neugier hat gesiegt. Ich hab dann aber doch nicht gezählt, wieviele Tage das genauso liegen blieb. Es waren jedenfalls einige.
Am Sonntag wechsel ich sowieso die Wohnung. Dann brauch ich mich über derart paradoxes Revierverhalten meiner Vermieterin nicht mehr aufregen. Und den 28-Füßler hab ich laufen lassen, ohne Pantoffel, ohne Gift und ungemeldet.
Gute Nacht. Fröhliches Flohbeißen. (Nein, keine Sorge!)


Die Antwort ist banal: Das Kapitel über meinen inzwischen abgedankten Job, auf das so viele warten, wird zu lang. Es ist drei Uhr morgens. Ich weiß Ihr wartet auf irgendwas.
Also es gibt gute Nachrichten: Dem Tierchen geht es prima. Mir auch. Ich habs beim nächtlichen Heimkommen in der Küche ertappt. Fußboden, wo die Krümel sind. Die Wand hats nur genommen, weil ich auf Fotogenität gedrängt habe. Es ist KEIN INSEKT, sondern ein Krustentier, wie alle Asseln und Hundert-, Tausend- Quazzrillounenfüßler. Sieht doch ziemlich so aus wie ne Eismeergarnele. In echt war es viel durchsichtiger als auf dem oberen Foto - ich hab mit dem Kontrast gespielt, damit Ihr besser die Beine zählen könnt. (Streber machen jetzt bitte eine Pause, evaluieren die Extremitäten auf der Abbildung und merken sich das Ergbnis zum Vergleich mit der Auflösung am Ende des Textes.)
Preisfrage! Was ist ekliger: Sowas nachts aufm Küchenboden (hat ganz still gehalten) oder paar winzige wuselige Ameisen (sugar ants) tagsüber auf der Anrichte?
Antwort: Weder - noch. Das ist mir beides schnurzegal, solangs nicht aus meinem Proviant rauskriecht. Was mir wirklich den Magen umdreht, ist eine Dose Insektenspray (Mortein Power Ball - kills fast) auf der Anrichte, wo ich mein Brot schmieren will, wochenlang. Es kommt aber noch besser. Wo ich kotzen könnte, das ist, wenn ich morgens in die Küche komme und finde auf der Anrichte verstreut eine Kohorte toter Mini-Ameisen. Daneben die stolze Dose Mortein. Gewischt ist trotzdem nicht. Dabei hätte Wischen alleine genügt, um den Zug zu unterbrechen, Duftspur bereinigt, Truppe demoralisiert, garantiert. Klar hätte ich das Schandmal wegmachen können. Aber die Wahrheit, der Totz und die Neugier hat gesiegt. Ich hab dann aber doch nicht gezählt, wieviele Tage das genauso liegen blieb. Es waren jedenfalls einige.
Am Sonntag wechsel ich sowieso die Wohnung. Dann brauch ich mich über derart paradoxes Revierverhalten meiner Vermieterin nicht mehr aufregen. Und den 28-Füßler hab ich laufen lassen, ohne Pantoffel, ohne Gift und ungemeldet.
Gute Nacht. Fröhliches Flohbeißen. (Nein, keine Sorge!)
Samstag, 17. November 2007
Elektrolyte
Nur zur Info: Es ist urst heiß hier.
Besonders gestern und vor drei Tagen. Es ist nun aber so, daß, falls man in der Affenhitze jemanden zuhause antrifft, praktisch niemand einem ein Glas Leitungswasser verweigert. Dann gibts trotzdem Schlauschwätzer, die sagen, Wasser wär aber nicht genug zur Rehydration. Man müsse auch Salz essen, wenn man schwitze. Oh prima. Ich hab da doch diese kleinen Plastikfischchen mit dem roten Drehverschluß, die sich immer ansammeln, wenn ich zwei Sushiröllchen bestelle und nur eine Sojasoße brauche.
Sehr praktisch, sehr winzig, sehr effektiv. Schmeckt ziemlich nach zuhause und Maggi. Strotzt übrigens vor Vitamin B. Nur eins sollte einem nie passieren: daß man die pure Sojasoße in den falschen Hals schluckt. (Das ist mir nämlich eben passiert.) Was dann abgeht, ist ein milder Erstickungsanfall, weil das Scheißsalz die Luftöhrenschleimhaut zum ungebremsten Notwässern reizt. (Kopfüber hängen, um nur ja das ätzende Zeug nicht auch noch tiefer in die Bronchien zu japsen!) Tut außerdem ärgerlich weh und gibt, wenn akut ausgestanden, vorübergehend eine Stimmbanschwellung, die meinen Sopran zum Bariton macht. Oder zur Raspelfistel. Wie mans nimmt.
Also...
Nicht so gierig mit dem hochprozentigen Zeug!
Besonders gestern und vor drei Tagen. Es ist nun aber so, daß, falls man in der Affenhitze jemanden zuhause antrifft, praktisch niemand einem ein Glas Leitungswasser verweigert. Dann gibts trotzdem Schlauschwätzer, die sagen, Wasser wär aber nicht genug zur Rehydration. Man müsse auch Salz essen, wenn man schwitze. Oh prima. Ich hab da doch diese kleinen Plastikfischchen mit dem roten Drehverschluß, die sich immer ansammeln, wenn ich zwei Sushiröllchen bestelle und nur eine Sojasoße brauche.
Sehr praktisch, sehr winzig, sehr effektiv. Schmeckt ziemlich nach zuhause und Maggi. Strotzt übrigens vor Vitamin B. Nur eins sollte einem nie passieren: daß man die pure Sojasoße in den falschen Hals schluckt. (Das ist mir nämlich eben passiert.) Was dann abgeht, ist ein milder Erstickungsanfall, weil das Scheißsalz die Luftöhrenschleimhaut zum ungebremsten Notwässern reizt. (Kopfüber hängen, um nur ja das ätzende Zeug nicht auch noch tiefer in die Bronchien zu japsen!) Tut außerdem ärgerlich weh und gibt, wenn akut ausgestanden, vorübergehend eine Stimmbanschwellung, die meinen Sopran zum Bariton macht. Oder zur Raspelfistel. Wie mans nimmt.
Also...
Nicht so gierig mit dem hochprozentigen Zeug!
Sonntag, 11. November 2007
It's the Season -- T-Shirts für Weihnachten und einfach so
Leute, ich muß jetzt mal sehr bald wissen, ob ich ein oder mehrere Pakete schnüren soll für Euch und Eure Lieben. Fakt ist: Attraktive T-shirts gibt es in den Touristenshops ab 10 oder 12 Aussie Dollar (ca. 6-7,50 €, Umrechnung hier), und zwar in richtig guter Qualität, meistenteils mit großem Stickmotiv oder hochwertigem Druck. Sie sehen nicht aus wie der uns allen verhaßte Touristenkitsch. Das beste kommt noch: In den Queen Victoria Markets gibt es dieselben Shirts für die Hälfte (6$/ Stück, 4 für 20$) und in ungleich größerer Auswahl. Das macht dann doch glatt die zu erwartenden Frachtkosten wieder wett. Wer will mit coolen Australien-T-Shirts rumlaufen? Wer will seine kleinen Verwandten zünftig-spaßig einkleiden?
Ich bedaure, daß ich keine Fotos zeigen kann, da die Händler das nicht möchten. Seit ich aber das erstemal an diesen Auslagen vorbeigegangen bin, hab ich mir in den Kopf gesetzt, Euch eine Ladung zu schicken.
Schreibt doch mal, was Euch interssieren würde, am besten Mehrfachoptionen, falls eine Kombination "so nicht geht". Nennt Motive, Farben und die entsprechende Größe in S-(X)XL, für Kinder bitte Bandmaß an irgendein gut passendes Shirt halten und Höhe (Schulter bis Saum) x Breite (locker am Kind gemessen = halber Bauchumfang) angeben. Nutzt die Kommentarfunktion. Bei ausreichendem Interesse eröffne ich eine Bestelladresse. Zum Einsparen von Frachtporto werd ich das Zeug strategisch sinnvoll an Abholadressen bündeln.
Es gibt alles...
Motive:
Ich bedaure, daß ich keine Fotos zeigen kann, da die Händler das nicht möchten. Seit ich aber das erstemal an diesen Auslagen vorbeigegangen bin, hab ich mir in den Kopf gesetzt, Euch eine Ladung zu schicken.
Schreibt doch mal, was Euch interssieren würde, am besten Mehrfachoptionen, falls eine Kombination "so nicht geht". Nennt Motive, Farben und die entsprechende Größe in S-(X)XL, für Kinder bitte Bandmaß an irgendein gut passendes Shirt halten und Höhe (Schulter bis Saum) x Breite (locker am Kind gemessen = halber Bauchumfang) angeben. Nutzt die Kommentarfunktion. Bei ausreichendem Interesse eröffne ich eine Bestelladresse. Zum Einsparen von Frachtporto werd ich das Zeug strategisch sinnvoll an Abholadressen bündeln.
Es gibt alles...
Motive:
- Koala
- Känguruh
- Platypus (Schnabeltier)
- Wombat
- Krokodil
- Echidna (Ameisenigel) glaub ich auch
- Bumerang o.ä. aboriginal Motiv
- Ansammlung diverser Tiere
- Straßenschilder
- Australien-Umriss
- Australien-Flagge
Farben: - rot, bordeauxrot, rosa
- orange
- sonnengelb, hellgelb
- flaschengrün, grasgrün, lindgrün, oliv
- hellblau mitteblau dunkelblau nachtblau
- lila, fliederfarben
- braun, beige, rostrot,
- schwarz, grau, weiß
Verarbeitung/Stil: - bestickt, meist mehrfarbig
- bedruckt
- Plüsch-Applikation (nur in Kindergrößen) (kosten 8 $)
- nachtleuchtender Druck (nur in Kindergrößen)
- bewegliche Applikationen (nur in Kindergrößen) (kosten 8 $)
Hüte und Souvenirs auf Anfrage. Eukalyptus-Baumharz zum Räuchern sowie diverse tolle, seltsame Zapfen und andere Naturalien zur Deko (die aufm Kölner Weihnachstmarkt ob ihrer Exotik das Stück mehr kosten als ein Humpen Glühwein) gibts dann gratis dabei aus eigener Sammlung, die ich zu dem Anlaß auflöse. Ich darf das Zeug eh nicht nach Neuseeland einführen. Qarantäne und überhaupt.
Warte gespannt auf Rückmedung. Ihr habt eine Woche zum Überlegen, danach schau ich wieder rein. Ich werde arbeitsmäßig ländlich auf Achse sein und sehr wahrscheinlich nicht ans Internet kommen.
Mittwoch, 7. November 2007
Get Pissed With the Possum Posse
Mates, I just had my initiation. Now I'm a member of the clan. What was planned to be a fine dining experience tonight ended up with some of those party animals getting me pissed so as to take on the gang flavour. Well, yeah, it wasn't actually that bad, but it came a bit unexpected and even uncalled for. Maybe it's their way to say "thank you" or "welcome", but it wasn't really good style to do it over my head.
How will it feel to be one of them? I used to be good friends with the watchdogs. Tomorrow these are going to sense the difference and hate me. I can't take that. I feel reasonably honored, but I think I'll have to decline. There's a life I have to lead, and for now I cannot spend it on the wild side. I'll have to remove the traces of this night.
So I'm gonna go to the shower now and grab the shampoo.
...Guys, if you feed a pack of possums under a tree, watch out for the ones above you.



They won't give you a warning when they urinate.
That's my knee after the assault. But the main part went down on head and shoulders, and on the screen of my camera.
...Have a good one! And wear hats ;)
How will it feel to be one of them? I used to be good friends with the watchdogs. Tomorrow these are going to sense the difference and hate me. I can't take that. I feel reasonably honored, but I think I'll have to decline. There's a life I have to lead, and for now I cannot spend it on the wild side. I'll have to remove the traces of this night.
So I'm gonna go to the shower now and grab the shampoo.
...Guys, if you feed a pack of possums under a tree, watch out for the ones above you.



They won't give you a warning when they urinate.
That's my knee after the assault. But the main part went down on head and shoulders, and on the screen of my camera.
...Have a good one! And wear hats ;)
Donnerstag, 1. November 2007
Possum-Fotos für Schnellschalter
Ich hab heute Nacht Leute im Park getroffen, die einen ganzen Baumvoll Possums mit Bananen verhätschelt haben. Eine Mutter mit Joey war auch dabei (Joey ist die Bezeichnung sämtlicher Jungbeuteltiere, egal ob Känguruh, Koala, Ameisenigel oder oder...). Hab heute keine Zeit mehr zum Hochladen der Bilder und werde wohl auch nur eine kleinere Auswahl hier bloggen, aber bis 6. November einschließlich sind sie als Paket hier runterzuladen, da ich den Leutchen die Bilder auf diesem Wege umgehend geschickt habe. Kleiner Anreiz für treue Leser!
Und jetzt gute Nacht.
Und jetzt gute Nacht.
Dienstag, 30. Oktober 2007
Dat Wasser vun Kölle is jot
Es gibt ein paar Dinge, die sind überall auf der Welt gleich. Die Schwerkraft zum Beispiel. Und Coca-Cola. Aber wer schonmal in einem fremden Land Wasser aus der Leitung getrunken hat, wird mir zustimmen, daß Wasser nicht gleich Wasser ist. Selbst innerhalb von Köln macht es einen geschmacklichen Unterschied, an welchem Rheinufer sich der Wasserhahn befindet. Ich bin aufgewachsen mit dem harten Linksrhein-Wasser (das durch reichlich Kalk zum Schutz der maroden Leitungssysteme neutral, aber 'trocken' schmeckt - lach nicht!) und war die letzten Jahre mit "Eau de Schäl sick" gesegnet, das zum Teil direkt aus den Quellen des Bergischen Landes stammt und etwas weicher ist. Beide Geschmäcker würde ich als neutral bezeichnen, eventuell, weil ich drauf geeicht bin. Aber allgemein ist ja Leitungswasser das am allerstrengsten geschützte deutsche Lebensmittel. Wenn man das dann noch durch nen Brita-Filter jagt, kann man bis zu 20% davon in den Apfelsaft mischen, ohne daß der wässrig schmeckt.
So, und jetzt mal zum Vergleich die bisher verkosteten australischen Wässerchen:
Melbourne schmeckt nach Würstchenbrühe. Ich dachte, gleich hackt's. Das Leitungswasser hier hat nicht nur ne rauchige Note (die man je nach Zapftemperatur sogar riechen kann), sondern auch einen leicht fettigen Abgang. Das war anfangs unter der Dusche besonders schwer zu ertragen und verbraucht tatsächlich erstaunliche Mengen Duschgel, um mal etwas Schaum zu bekommen. (In Singapur dagegen, wo es jeden Tag regnet, ist das Wasser so weich, daß man mit dem Shampoo geradezu aufpassen muß, dafür hat's aber ordentlich Chlor. Nur lang nicht so viel wie in Wroclaw, Polen. Aber zurück zu australischem Wasser!) Warum also ist Melbournewasser so wurstig? Meine Vermieterin gab mir den entscheidenden Tip: Waldbrände. Das Wasser kommt zu einem kleinen Teil aus dem Yarra River, der bis hierher schon eine weite Reise und viel Verdunstung hinter sich hat (das bedeutet allerlei Salze) von 9 Reservoirs, die in bewaldetem Bergland liegen. Wenn so ein Wald brennt, wäscht sich die Asche und der Ruß mit dem Regen in die Reservoirs. Bis das zur Unkenntlichkeit verdünnt ist, dauert Jahre. Da hammers. Das erklärt sowohl den Geruch als auch die seltsame Haptik. Ruß ist fettig.
In den Parks gibt es öffentliche Trinkwasserspender. Die Dinger, die einem auf Knopfdruck in den Mund spritzen. Die schmecken mittags anders als nachts. (Nachts bestens, erfrischend, nicht irritierend. Tagsüber wieder eher nach Würstchen). Ob je nach Tageszeit unterschiedliche Reservoirs angezapft werden?? Keine Ahnung.
Warum allerdings Ballarat-Wasser nach Joghurt schmeckt (wenn auch wesentlich subtiler), konnte ich bisher überhaupt nicht klären. Auf jeden Fall fühlt man sich dort nach dem Duschen fraglos sauber. Dafür ist beim Trinken eine Spur von Chlor zu spüren, aber durchaus verschmerzbar.
Ich hab mir sagen lassen, daß in Western Australia, da wo's am wüstesten ist, für eine Waschmaschinenladung ein halbes Paket Waschmittel fällig ist, so hart ist das Wasser da. Alles eingedickte Steinbrühe. Werd natürlich ein Schlückchen testen, wenn ich da mal hinkomme. Extrem kostbares gut da oben. Noch schlimmer als hier. Jahre der Dürre (Niederschlagsarmut) haben zu Verbrauchsbeschränkungen beim Wasser geführt. Je nach Sperrstufe ist es mehr oder weniger verboten, den Garten mit Leitungswasser zu versorgen. Leute in den Vorstädten und auf dem Land haben daher sehr häufig ein Schild im Vorgarten, das besagt "grey water in use on this garden" (Für diesen Garten wird Schmutzwasser verwendet). Händewaschwasser inclusive Seife, der Inhalt der Badewanne, auch das Abgepumpte der Waschmaschine, selbst wenn's schäumt, all das ist besser für die Pflanzen als gar nichts. Manche leisten sich auch einen Regentank und sammeln, was ihr Dach hergibt. Bei einer älteren Lady in Ballarat habe ich an einem sehr heißen Tag um Auffüllung meiner Wasserflasche gebeten. Sie benutzte nur ihr eigenes Regenwasser. Ich war durstig. Dachte zwar an all den Staub, den so ein Dach zwischen den Güssen fängt, aber wenn sie das täglich trinkt und noch so fit ist, kann das so schmutzig nicht sein. Es war köstlich. Und ich hab den ganzen Liter weggesteckt. Kein Durchfall. Das war kostbar. Eigenes Regenwasser. Selbst gezapft im Garten. Lecker.
Unser Nachbar Tim hat nen Whirlpool, den keimfrei zu halten ein Balanceakt ist, denn wenn er zuviel Peroxid reinmacht, kippt der pH-Wert um in hautunfreundliche Lauge, und das kann ja auch nicht der Zweck sein. Wasser wechseln? Nicht dran zu denken. Tim ist überdies frustriert von der Dussligkeit der Regierungsbehörden, mit denen er dienstlich zu tun hat. Er ist nämlich Physiker und arbeitet an Entsalzungsanlagen. Hat ein Projekt in der Schublade, mit dem er für den Preis eines Einfamilienhauses eine Anlage bauen könnte, die das Trinkwasserproblem von ganz Philipp Island lösen würde. Und sie wissen nicht so recht, ob sich das lohnt. Vielleicht sind sie blöd. Vielleicht muß aber Tim auch einfach nur Augenkontakt trainieren. Könnte sein, daß dies reicht, um sie zu überzeugen, daß er nicht bloß ein Hirnie ist, sondern jemand, dem man zuhören sollte. Und vielleicht muß er das ganz für Doofe erklären und sie Schritt für Schritt zur Zustimmung anleiten. Das alleine könnte schon den rettenden Unterschied machen. Diese Beobachtung speist sich aus meiner bisherigen Erfahrung an der neuen Arbeitsstelle, aber das ist ein anderes Kapitel.
In meiner ganzen Zeit hier habe ich erst zwei Flaschen Wasser gekauft. Ich seh's nicht ein, daß sowas wie Wasser kontinental verkarrt und interkontinental eingeflogen wird. Außerdem bin ich neugierig und erlebnisdurstig, so daß in der Zeit, als ich das verfügbare Leitungswasser noch zu fies fand, die Softdrinks an der Reihe waren. Einige waren grausam, andere liebe ich bis zum Wahnsinn. Das aber ist schon wieder ein anderes Kapitel. Für heute ist mal genug.
Prost! Trinkt ein Glas deutsches Trinkwasser auf mich, auf Tim und auf die ausralischen Vorgärten.
So, und jetzt mal zum Vergleich die bisher verkosteten australischen Wässerchen:
Melbourne schmeckt nach Würstchenbrühe. Ich dachte, gleich hackt's. Das Leitungswasser hier hat nicht nur ne rauchige Note (die man je nach Zapftemperatur sogar riechen kann), sondern auch einen leicht fettigen Abgang. Das war anfangs unter der Dusche besonders schwer zu ertragen und verbraucht tatsächlich erstaunliche Mengen Duschgel, um mal etwas Schaum zu bekommen. (In Singapur dagegen, wo es jeden Tag regnet, ist das Wasser so weich, daß man mit dem Shampoo geradezu aufpassen muß, dafür hat's aber ordentlich Chlor. Nur lang nicht so viel wie in Wroclaw, Polen. Aber zurück zu australischem Wasser!) Warum also ist Melbournewasser so wurstig? Meine Vermieterin gab mir den entscheidenden Tip: Waldbrände. Das Wasser kommt zu einem kleinen Teil aus dem Yarra River, der bis hierher schon eine weite Reise und viel Verdunstung hinter sich hat (das bedeutet allerlei Salze) von 9 Reservoirs, die in bewaldetem Bergland liegen. Wenn so ein Wald brennt, wäscht sich die Asche und der Ruß mit dem Regen in die Reservoirs. Bis das zur Unkenntlichkeit verdünnt ist, dauert Jahre. Da hammers. Das erklärt sowohl den Geruch als auch die seltsame Haptik. Ruß ist fettig.
In den Parks gibt es öffentliche Trinkwasserspender. Die Dinger, die einem auf Knopfdruck in den Mund spritzen. Die schmecken mittags anders als nachts. (Nachts bestens, erfrischend, nicht irritierend. Tagsüber wieder eher nach Würstchen). Ob je nach Tageszeit unterschiedliche Reservoirs angezapft werden?? Keine Ahnung.
Warum allerdings Ballarat-Wasser nach Joghurt schmeckt (wenn auch wesentlich subtiler), konnte ich bisher überhaupt nicht klären. Auf jeden Fall fühlt man sich dort nach dem Duschen fraglos sauber. Dafür ist beim Trinken eine Spur von Chlor zu spüren, aber durchaus verschmerzbar.
Ich hab mir sagen lassen, daß in Western Australia, da wo's am wüstesten ist, für eine Waschmaschinenladung ein halbes Paket Waschmittel fällig ist, so hart ist das Wasser da. Alles eingedickte Steinbrühe. Werd natürlich ein Schlückchen testen, wenn ich da mal hinkomme. Extrem kostbares gut da oben. Noch schlimmer als hier. Jahre der Dürre (Niederschlagsarmut) haben zu Verbrauchsbeschränkungen beim Wasser geführt. Je nach Sperrstufe ist es mehr oder weniger verboten, den Garten mit Leitungswasser zu versorgen. Leute in den Vorstädten und auf dem Land haben daher sehr häufig ein Schild im Vorgarten, das besagt "grey water in use on this garden" (Für diesen Garten wird Schmutzwasser verwendet). Händewaschwasser inclusive Seife, der Inhalt der Badewanne, auch das Abgepumpte der Waschmaschine, selbst wenn's schäumt, all das ist besser für die Pflanzen als gar nichts. Manche leisten sich auch einen Regentank und sammeln, was ihr Dach hergibt. Bei einer älteren Lady in Ballarat habe ich an einem sehr heißen Tag um Auffüllung meiner Wasserflasche gebeten. Sie benutzte nur ihr eigenes Regenwasser. Ich war durstig. Dachte zwar an all den Staub, den so ein Dach zwischen den Güssen fängt, aber wenn sie das täglich trinkt und noch so fit ist, kann das so schmutzig nicht sein. Es war köstlich. Und ich hab den ganzen Liter weggesteckt. Kein Durchfall. Das war kostbar. Eigenes Regenwasser. Selbst gezapft im Garten. Lecker.Unser Nachbar Tim hat nen Whirlpool, den keimfrei zu halten ein Balanceakt ist, denn wenn er zuviel Peroxid reinmacht, kippt der pH-Wert um in hautunfreundliche Lauge, und das kann ja auch nicht der Zweck sein. Wasser wechseln? Nicht dran zu denken. Tim ist überdies frustriert von der Dussligkeit der Regierungsbehörden, mit denen er dienstlich zu tun hat. Er ist nämlich Physiker und arbeitet an Entsalzungsanlagen. Hat ein Projekt in der Schublade, mit dem er für den Preis eines Einfamilienhauses eine Anlage bauen könnte, die das Trinkwasserproblem von ganz Philipp Island lösen würde. Und sie wissen nicht so recht, ob sich das lohnt. Vielleicht sind sie blöd. Vielleicht muß aber Tim auch einfach nur Augenkontakt trainieren. Könnte sein, daß dies reicht, um sie zu überzeugen, daß er nicht bloß ein Hirnie ist, sondern jemand, dem man zuhören sollte. Und vielleicht muß er das ganz für Doofe erklären und sie Schritt für Schritt zur Zustimmung anleiten. Das alleine könnte schon den rettenden Unterschied machen. Diese Beobachtung speist sich aus meiner bisherigen Erfahrung an der neuen Arbeitsstelle, aber das ist ein anderes Kapitel.
In meiner ganzen Zeit hier habe ich erst zwei Flaschen Wasser gekauft. Ich seh's nicht ein, daß sowas wie Wasser kontinental verkarrt und interkontinental eingeflogen wird. Außerdem bin ich neugierig und erlebnisdurstig, so daß in der Zeit, als ich das verfügbare Leitungswasser noch zu fies fand, die Softdrinks an der Reihe waren. Einige waren grausam, andere liebe ich bis zum Wahnsinn. Das aber ist schon wieder ein anderes Kapitel. Für heute ist mal genug.
Prost! Trinkt ein Glas deutsches Trinkwasser auf mich, auf Tim und auf die ausralischen Vorgärten.
Fragt mich doch!
Hallo Ihr Leute daheim und da draußen!
Ich hab die Qual der Wahl: Soll ich eMails schreiben oder bloggen?
Wenn ich eMails schreibe, erzähle ich entweder dasselbe mehrmals - dann wissen alle das gleiche - oder jedesmal was anderes, dann weiß eigentich keiner was genaues. In jedem Fall kriegt der jeweilige Empfänger eine gute Portion persönliche Aufmerksamkeit, aber ich komme nicht weit mit dem Informationsdurchsatz.
Wenn ich blogge, weiß ich aber zur Zeit nicht, was Euch eigentlich am meisten interessiert. Da kanns dann auch wieder ziemlich lang dauern, bis ich den Nagel auf den Kopf treffe. Also! Nutzt die Kommentarfunktion (einfach am Ende des Textes auf "Kommentare" klicken) und fragt mich aus! Gebt Anregungen und beauftragt mich meinetwegen zu Fotothemen oder sonstigen Recherchen. Wenns zuviel wird, kann ich ja immer noch abwinken. Das ist nicht nur mein Blog, sondern auch Eurer.
Wer möchte, dem richte ich in diesem Rahmen hier gerne ein eigenes Schreiberkonto ein, um im Gegenzug aus Deutschland zu berichten!
Jetzt bin ich mal gespannt...
Ich hab die Qual der Wahl: Soll ich eMails schreiben oder bloggen?
Wenn ich eMails schreibe, erzähle ich entweder dasselbe mehrmals - dann wissen alle das gleiche - oder jedesmal was anderes, dann weiß eigentich keiner was genaues. In jedem Fall kriegt der jeweilige Empfänger eine gute Portion persönliche Aufmerksamkeit, aber ich komme nicht weit mit dem Informationsdurchsatz.
Wenn ich blogge, weiß ich aber zur Zeit nicht, was Euch eigentlich am meisten interessiert. Da kanns dann auch wieder ziemlich lang dauern, bis ich den Nagel auf den Kopf treffe. Also! Nutzt die Kommentarfunktion (einfach am Ende des Textes auf "Kommentare" klicken) und fragt mich aus! Gebt Anregungen und beauftragt mich meinetwegen zu Fotothemen oder sonstigen Recherchen. Wenns zuviel wird, kann ich ja immer noch abwinken. Das ist nicht nur mein Blog, sondern auch Eurer.
Wer möchte, dem richte ich in diesem Rahmen hier gerne ein eigenes Schreiberkonto ein, um im Gegenzug aus Deutschland zu berichten!
Jetzt bin ich mal gespannt...
Montag, 29. Oktober 2007
Platzhalter
Hallo Ihr Lieben! Ich lebe. Recht gut sogar. Nur unter der Woche zur Zeit zu intensiv. Erst hatte ich noch nicht viel Stoff zu Australien und Melbourne, dann wars zu unsortiert, und nun bin ich so tief drin, daß mir ein paar Wochen lang fast gänzlich die Zeit fehlte. Deswegen hatte ich diesen Sonntag denn auch mal gar keine Unternehmung geplant.
Eigentlich wollte ich gestern (heute Nacht) also mal endlich richtig bloggen. Und E-mail aufarbeiten. Und Fotos hochladen. Und Töne! Und Videos!! Damit kann man schon locker ganze Tage füllen. Ach, und Postkarten schreiben vielleicht.
Zuvor hab ich erstmal ausgeschlafen, Wäsche gewaschen (prima Sache bei so heißem Wind) und mein Zimmer auf- und umgeräumt. Ausgemistet und Staub gesaugt. (Ich habe nämlich seit heute einen Schreibtisch. Das läßt zumindest für die Zukunft dieses Blogs noch Großes hoffen - Material ist ja auch vorhanden.) Anschließend bin ich dann vor dem falschen Bildschirm kleben geblieben, denn als ich mit nem Avocado-Toast aus der Küche kam, saß meine Vermieterin auf der Couch und in der Glotze lief Australian Idol (das hiesige "Deutschland sucht den Superstar"). Diesen Ausbund an Leitkultur mußte ich mir doch wenigstens einmal antun! Und ich muß sagen: Es hat mir sogar gefallen. Hatte den Eindruck, daß die Jury durchaus konstruktiv/ermutigend, fair und fachlich versiert war, besser als ich das vom Bohlen-Regime in Erinnerumg habe. Und nach sieben Runden sind ja die Unsäglichen ohnehin aussortiert, so daß man sich das gut anhören kann. Also wirklich unterhaltsam, nicht bloß als Trash. Im direkten Anschluß kam dann aber auch noch die Verleihung der Aria-Awards für die besten Australischen Musiker des Jahres in verschiedenen Kategorien. Das war dann ja noch wichtiger! Schließlich hab ich sowieso vor, den Sondtrack meiner Reise zu sammeln. Nun hab ich nen solide Basiskatalog, den ich mir hoffentlich nach und nach zusammentauschen werde. Die Geheimtipps finde ich dann auf engeren Pfaden, und mit meinem pfiffigen mp3-Player aus Singapur kann ich sogar selber gute Tonaufnahmen machen.
Äh wo war ich... Was ich eigentlich mache???
Also, ich muß echt mal ins Bett, denn morgen wird wieder gearbeitet. Ihr habts gut und könnt morgen trödeln. Habt ja unsere frisch gestrichene Stunde obendrauf gekriegt. Zum Ausgleich für unsern Frühling - ätsch! Jetzt sind wir Euch zehn Stunden voraus.
Erzählungen von Heimweh und seiner Kur, Wander- und Tiergeschichten sowie -fotos, Begegnungen und Bekanntschaften, Küchenkritik, Stiftung Wassertest, peinliche Momente mit Europa-Reflexen und meine Abrechnung mit überzüchteten Automatik-Toiletten, die "What the World Needs Now Is Love" spielen - und was sonst noch alles - wird somit auf demnächst vertagt.
Eigentlich wollte ich gestern (heute Nacht) also mal endlich richtig bloggen. Und E-mail aufarbeiten. Und Fotos hochladen. Und Töne! Und Videos!! Damit kann man schon locker ganze Tage füllen. Ach, und Postkarten schreiben vielleicht.
Zuvor hab ich erstmal ausgeschlafen, Wäsche gewaschen (prima Sache bei so heißem Wind) und mein Zimmer auf- und umgeräumt. Ausgemistet und Staub gesaugt. (Ich habe nämlich seit heute einen Schreibtisch. Das läßt zumindest für die Zukunft dieses Blogs noch Großes hoffen - Material ist ja auch vorhanden.) Anschließend bin ich dann vor dem falschen Bildschirm kleben geblieben, denn als ich mit nem Avocado-Toast aus der Küche kam, saß meine Vermieterin auf der Couch und in der Glotze lief Australian Idol (das hiesige "Deutschland sucht den Superstar"). Diesen Ausbund an Leitkultur mußte ich mir doch wenigstens einmal antun! Und ich muß sagen: Es hat mir sogar gefallen. Hatte den Eindruck, daß die Jury durchaus konstruktiv/ermutigend, fair und fachlich versiert war, besser als ich das vom Bohlen-Regime in Erinnerumg habe. Und nach sieben Runden sind ja die Unsäglichen ohnehin aussortiert, so daß man sich das gut anhören kann. Also wirklich unterhaltsam, nicht bloß als Trash. Im direkten Anschluß kam dann aber auch noch die Verleihung der Aria-Awards für die besten Australischen Musiker des Jahres in verschiedenen Kategorien. Das war dann ja noch wichtiger! Schließlich hab ich sowieso vor, den Sondtrack meiner Reise zu sammeln. Nun hab ich nen solide Basiskatalog, den ich mir hoffentlich nach und nach zusammentauschen werde. Die Geheimtipps finde ich dann auf engeren Pfaden, und mit meinem pfiffigen mp3-Player aus Singapur kann ich sogar selber gute Tonaufnahmen machen.
Äh wo war ich... Was ich eigentlich mache???
Also, ich muß echt mal ins Bett, denn morgen wird wieder gearbeitet. Ihr habts gut und könnt morgen trödeln. Habt ja unsere frisch gestrichene Stunde obendrauf gekriegt. Zum Ausgleich für unsern Frühling - ätsch! Jetzt sind wir Euch zehn Stunden voraus.
Erzählungen von Heimweh und seiner Kur, Wander- und Tiergeschichten sowie -fotos, Begegnungen und Bekanntschaften, Küchenkritik, Stiftung Wassertest, peinliche Momente mit Europa-Reflexen und meine Abrechnung mit überzüchteten Automatik-Toiletten, die "What the World Needs Now Is Love" spielen - und was sonst noch alles - wird somit auf demnächst vertagt.
Samstag, 6. Oktober 2007
Koalas sind langsam
...und schlafen bis zu 20 Stunden täglich.
Ich bin hier unten genau dieselbe wie back home in Germany: Wenn ich wandere, schnuppre ich an den Blumen und bin zur Not das Schlußlicht der Gruppe (nur hab ich hier keine). Wenn ich einkaufe, geh ich dummerweise ohne Zettel, lese ewig die Packungen, brauche dafür viel länger als nötig, aber dafür schmeckt die Beute dann auch mit jedem mal beser.
Ich bin fast immer zu Fuß gegangen, auch wenn es mit der Bahn 7 statt 45 Minuten gedauert hätte. Erstens war ich geizig, und zweitens wollte ich ein Gefühl dafür entwickeln, wo ich bin.
Wenn man aber in dem Tempo das Straßenbahnsystem auslotet, traut man sich eben auch erst nach drei Wochen in die Außenbezirke. Sei's drum.
Ich wette, dieselben Leute die mich vor der Reise gefragt haben: "Und - bleibst Du dann da? (Im Ernst, die Katze im Sack... traut Ihr mir das zu?) werden mich hinterher fragen: "Und - hast Du auch alles gesehen?" - Alles Quatsch. Habt Ihr schon jeden Winkel Eurer Heimatstadt erkundet? Oh wirklich? Und schon jedes Land in Europa bereist? Echt jetzt! Wieviel Zeit braucht man dafür, und wann ist man fertig?
Dies sei als Einleitung über Australien gesagt, und zur Erklärung, warum ich so lange nicht geschrieben habe. Die vielen dazugehörigen Geschichtchen und wohl auch ein paar Bilder gibt es demnächst - was auch immer das heißen mag. Zumindest ist ein Anfang gemacht. Und jetzt geh ich mal raus, bevor es dunkelt.
Ich bin hier unten genau dieselbe wie back home in Germany: Wenn ich wandere, schnuppre ich an den Blumen und bin zur Not das Schlußlicht der Gruppe (nur hab ich hier keine). Wenn ich einkaufe, geh ich dummerweise ohne Zettel, lese ewig die Packungen, brauche dafür viel länger als nötig, aber dafür schmeckt die Beute dann auch mit jedem mal beser.
Ich bin fast immer zu Fuß gegangen, auch wenn es mit der Bahn 7 statt 45 Minuten gedauert hätte. Erstens war ich geizig, und zweitens wollte ich ein Gefühl dafür entwickeln, wo ich bin.
Wenn man aber in dem Tempo das Straßenbahnsystem auslotet, traut man sich eben auch erst nach drei Wochen in die Außenbezirke. Sei's drum.
Ich wette, dieselben Leute die mich vor der Reise gefragt haben: "Und - bleibst Du dann da? (Im Ernst, die Katze im Sack... traut Ihr mir das zu?) werden mich hinterher fragen: "Und - hast Du auch alles gesehen?" - Alles Quatsch. Habt Ihr schon jeden Winkel Eurer Heimatstadt erkundet? Oh wirklich? Und schon jedes Land in Europa bereist? Echt jetzt! Wieviel Zeit braucht man dafür, und wann ist man fertig?
Dies sei als Einleitung über Australien gesagt, und zur Erklärung, warum ich so lange nicht geschrieben habe. Die vielen dazugehörigen Geschichtchen und wohl auch ein paar Bilder gibt es demnächst - was auch immer das heißen mag. Zumindest ist ein Anfang gemacht. Und jetzt geh ich mal raus, bevor es dunkelt.
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