Kurzmeldung:
Abendliche SMS von meinem Chef: Morgen käme eine Grundschulklasse (in den Laden?! wieso?! weiß nicht. Ist auch egal) und daher die Frage, ob ich Lust hätte, die Gitarre einzupacken und (mit) denen ein Liedchen zu singen. - Okay, schreib ich zurück, haste ne Idee, welche Liedchen die so mögen? (ich geh doch mal davon aus, die wollen was englisches??) - Antwort wieder per SMS: Naja, schaumermal morgen.
Toll. Kein Stück schlauer, frag ich also meine Wendy, die neben mir auf der Couch sitzt, und ihr ratet NIE, was die spontan vorgeschlagen hat. Nie rater Ihr das. Weil ich es gleich ausplaudere:
Sing doch Schnappi. Das kennen die alle, wenn sie über fünf sind.
Schnappi?!?!
Ja, das von dem kleinen Kind mit dem Krokodil. Das war hier zwanzig Wochen oder so in den Charts. (Zur Erinnerung: "Hier" bedeutet: in Neuseeland!)
...ähm...
Ich hab dann mal nachgeschlagen, und voilà! Nicht zwanzig, nein fünfundzwanzig Wochen, und bis auf Nummer zwei hat Schnappi es geschafft.... in Neuseeland. Hier der Beweis.
Ein Querschnitt von Hörerreaktionen ist zum Beispiel in diesem Forum zu lesen.
Ich hätte nie gedacht, dass ich mal ernsthaft erwägen würde, Schnappi darzubieten, aber heute Nacht werd ich tätsächlich drüber schlafen.
Das wars schon. Meldung vorbei, Meinung nicht vorhanden. Stimmung: Sprachlos.
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Donnerstag, 19. Juni 2008
Freitag, 13. Juni 2008
Ich war hier, die Presse auch
Ein Freund im Nachbarort Hastings, der wie ich auch Couchsurfer ist, hat für mich sehr kurzfristig ein Zeitungsinterview eingefädelt, das sah so aus: Am Mittwochabend kam der Fotograf im Laden
vorbei (Chef gab ok) und knipste mich - mangels Couch - im Einkaufswagen vor einer Tonne aufgestapelter Kartoffelsäcke, mit Kürbis als Kissen (kreative Gemeinschaftsleistung, aber bequem war das nicht, und ohne die Katoffeln wär die Couchpointe völlig dahin gewesen - aber sie wurde im Untertitel dann eh nicht aufgegriffen). Na super. So ein Zirkus. Dachten sich die paar sporadisch eintrudelnden Kunden wahrscheinlich auch. Da soll sich nochmal einer wundern, warum ich Medien skeptisch betrachte. Am Donnerstagmorgen interviewte mich der eigentliche Reporter dann etwa zehn Minuten übers Telefon. Das Ergebnis dieser Arbeitsteilung stand dann am Nachmittag in der Lokalzeitung "Hawke's Bay Today" und parallel allem Anschein nach auch im NZ Herald. Nicht 100% akkurat, aber das kann man alles so stehen lassen. Übersetzung kann ich mir hoffentlich sparen, Foto ist recht drollig.
So. Jetzt ist es also amtlich, ich war hier. Dann kann ich ja mal bald wieder heimkommen.
Bis dahin... tschau!!!
vorbei (Chef gab ok) und knipste mich - mangels Couch - im Einkaufswagen vor einer Tonne aufgestapelter Kartoffelsäcke, mit Kürbis als Kissen (kreative Gemeinschaftsleistung, aber bequem war das nicht, und ohne die Katoffeln wär die Couchpointe völlig dahin gewesen - aber sie wurde im Untertitel dann eh nicht aufgegriffen). Na super. So ein Zirkus. Dachten sich die paar sporadisch eintrudelnden Kunden wahrscheinlich auch. Da soll sich nochmal einer wundern, warum ich Medien skeptisch betrachte. Am Donnerstagmorgen interviewte mich der eigentliche Reporter dann etwa zehn Minuten übers Telefon. Das Ergebnis dieser Arbeitsteilung stand dann am Nachmittag in der Lokalzeitung "Hawke's Bay Today" und parallel allem Anschein nach auch im NZ Herald. Nicht 100% akkurat, aber das kann man alles so stehen lassen. Übersetzung kann ich mir hoffentlich sparen, Foto ist recht drollig.
So. Jetzt ist es also amtlich, ich war hier. Dann kann ich ja mal bald wieder heimkommen.
Bis dahin... tschau!!!
Sonntag, 6. April 2008
Obst-Business
Ich schreibe immer zu lang. Dann werd ich nie fertig, und Ihr kriegt nie was zu lesen. Tut mir furchtbar leid. Heute versuch ichs mal kurz zu halten:
Ich hab heute als selbständige Unternehmerin debütiert.
Habe auf meinem Fahrradspaziergang einen unerwarteten Fund von reifen Feijoa-Früchten gemacht und den Ertrag aus einer Laune heraus an den nächstgelegenen Supermarkt verkauft, anderthalb Kilometer weiter. Lokaler gehts gar nicht. Einfacher auch nicht. Hab mir ne neue Tüte geben lassen und auf dem Rückweg nochmal doppelt soviel für mich selber gesammelt. Und für Euch, denn das Zeug wird nun irgendwie eingemacht, und mindestens ein Glas nehm ich mit heim, das kann dann probiert werden solange der Vorrat reicht.
Hauptberuflich bin ich auch im Obstgeschäft, und zwar in einem großen, sehr beliebten Obst- und Gemüseladen, der sogar auf der offiziellen Feinschmecker-Touristenroute empfohlen wird, Kollegin und Chef sind auch prima. Wohnen tu ich bei Wendy, ex-Kollegin vom Beerenpflücken auf einem anderen Obsthof, der zwei von drei Töchtern flügge und zwei Zimmer im Haus freigeworden waren und die mich immer noch gerne da hat. Beides zusammen, das recht gute Verdienen und An-der-Quelle-sitzen im Obstladen und der Freundschaftspreis fürs Wohnen erlauben mir, gut zu leben und gleichzeitig ernsthaft spürbar mein Budget zu regenerieren. So weit so gut. Philosophische Abhandlungen bzw arbeitspädagogische Nabelschau dazu, was für Umdenkprozesse die Brombeerhecke des vorangegangenen Erntejobs Jobs bei mir ausgelöst hat, können hartgesottene Fans sich als Livenummer reinziehen, wenn ich wieder im Lande bin. Ich habs schriftlich versucht, aber das ist der totale Kuddelmuddel und wirklich nicht druckreif. Wichtig ist, daß mein Trip die erwünschte Wirkung zeigt: Ich bin zurück im Berufsleben und finds richtig gut.
Freue mich auf Deutschland, werde aber hier noch gebraucht. Bin zu den Kölner Lichtern wieder im Lande und werd mich bis dahin wohl auch nochmal melden :)
Tschau mit au
Ich hab heute als selbständige Unternehmerin debütiert.
Habe auf meinem Fahrradspaziergang einen unerwarteten Fund von reifen Feijoa-Früchten gemacht und den Ertrag aus einer Laune heraus an den nächstgelegenen Supermarkt verkauft, anderthalb Kilometer weiter. Lokaler gehts gar nicht. Einfacher auch nicht. Hab mir ne neue Tüte geben lassen und auf dem Rückweg nochmal doppelt soviel für mich selber gesammelt. Und für Euch, denn das Zeug wird nun irgendwie eingemacht, und mindestens ein Glas nehm ich mit heim, das kann dann probiert werden solange der Vorrat reicht.
Hauptberuflich bin ich auch im Obstgeschäft, und zwar in einem großen, sehr beliebten Obst- und Gemüseladen, der sogar auf der offiziellen Feinschmecker-Touristenroute empfohlen wird, Kollegin und Chef sind auch prima. Wohnen tu ich bei Wendy, ex-Kollegin vom Beerenpflücken auf einem anderen Obsthof, der zwei von drei Töchtern flügge und zwei Zimmer im Haus freigeworden waren und die mich immer noch gerne da hat. Beides zusammen, das recht gute Verdienen und An-der-Quelle-sitzen im Obstladen und der Freundschaftspreis fürs Wohnen erlauben mir, gut zu leben und gleichzeitig ernsthaft spürbar mein Budget zu regenerieren. So weit so gut. Philosophische Abhandlungen bzw arbeitspädagogische Nabelschau dazu, was für Umdenkprozesse die Brombeerhecke des vorangegangenen Erntejobs Jobs bei mir ausgelöst hat, können hartgesottene Fans sich als Livenummer reinziehen, wenn ich wieder im Lande bin. Ich habs schriftlich versucht, aber das ist der totale Kuddelmuddel und wirklich nicht druckreif. Wichtig ist, daß mein Trip die erwünschte Wirkung zeigt: Ich bin zurück im Berufsleben und finds richtig gut.
Freue mich auf Deutschland, werde aber hier noch gebraucht. Bin zu den Kölner Lichtern wieder im Lande und werd mich bis dahin wohl auch nochmal melden :)
Tschau mit au
Montag, 11. Februar 2008
sum-up-flashlight
Where hve I been...
uh, where do I start...
From christchurch 'round almost the complete South Island, Ferry Picton-Wellington and rather straight up to Auckland. All that in one month, with my Sweetheart. For place-name-dropping refer to his post (in German). I won't even try to recall it all here. It was great, amazing, beautiful, intense... And now I'm on my own again. Gave him back at Auckland Airport.
Didn't exactly love Auckland City, but Rangitoto Island was a blast. Insread of the last ferry, I was invited on a private sailboat back to Auckland. Two days later, I
slept over on a marae (Maori meeting house) and helped out in the zero waste policy on the Orakei Domain during Waitangi Day Festival with some sixty other volunteers. (Even met some friends friend Kim again by the main stage - by pure chance in that crowd...) More strange names: Ngati Whatua O Orakei - Kaimahi. Am now part of the Orakei 'family' for a lifetime. Cool, huh?
The very next day, I rolled on to Hawke's Bay by Intercity Coach, and that's where I am now, for the apple season. Got sheltered in a workers' sleepout in a Taradale Orchard (next to Napier), though my friendly host can't offer me work at the moment. Should be looking for jobs, but It looks like I won't hasten it. Just came back from a doctor, because my knee's acquaintance with the volcanic gravel on beautiful Rangitoto Island turned out fouly after a week. But nothing too serious. Just glad I'm not in a jungle or in the 18th century and there are pharmacists around every other corner... brave new world. I'll be alright. Even gonna ride home by bike. So please no worries on my behalf.
Have yourselves a good one, I gotta go. Online time is good money here ;)
cheers!
uh, where do I start...
From christchurch 'round almost the complete South Island, Ferry Picton-Wellington and rather straight up to Auckland. All that in one month, with my Sweetheart. For place-name-dropping refer to his post (in German). I won't even try to recall it all here. It was great, amazing, beautiful, intense... And now I'm on my own again. Gave him back at Auckland Airport.
Didn't exactly love Auckland City, but Rangitoto Island was a blast. Insread of the last ferry, I was invited on a private sailboat back to Auckland. Two days later, I
slept over on a marae (Maori meeting house) and helped out in the zero waste policy on the Orakei Domain during Waitangi Day Festival with some sixty other volunteers. (Even met some friends friend Kim again by the main stage - by pure chance in that crowd...) More strange names: Ngati Whatua O Orakei - Kaimahi. Am now part of the Orakei 'family' for a lifetime. Cool, huh?
The very next day, I rolled on to Hawke's Bay by Intercity Coach, and that's where I am now, for the apple season. Got sheltered in a workers' sleepout in a Taradale Orchard (next to Napier), though my friendly host can't offer me work at the moment. Should be looking for jobs, but It looks like I won't hasten it. Just came back from a doctor, because my knee's acquaintance with the volcanic gravel on beautiful Rangitoto Island turned out fouly after a week. But nothing too serious. Just glad I'm not in a jungle or in the 18th century and there are pharmacists around every other corner... brave new world. I'll be alright. Even gonna ride home by bike. So please no worries on my behalf.
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shit happens
Taradale, Fortestzung
Das Rad hat kein Licht, aber ich arbeite dran. Bin jetzt 2x von freundlichen Kiwis mitsamt Rad nachhause chauffiert worden, weil es dunkel war. 1x war ich aus Doofheit noch unterwegs, das zweitemal war ich in einen schottischen Tanzabend hineingeraten (angelockt durch Sackgedudel) und vehement eingeladen worden ("ich hab aber kein Licht am Rad..." - "da findet sich wer").
Napier ist total art deco, weil es nach einem Erdbeben 1931 ganz neu wieder aufgebaut wurde. eigentlich (abgesehen von der Katastrophe) ne schoene Sache: Neugruendung mit bereits eingelebten Einheimischen. Deutlich organischer als Satelitenstaedte, die ja auch aus dem Boden gestampft werden, bloss viel uncharmanter. Dieses Wochenende ist Art Deco Parade und damit quasi Kostuempflicht. Haett ich ejtzt die Omi bei der Hand! Weiss noch nicht, was ich anziehe. Bei der Gelegenheit kann ich mir dann auch prima die vielen schoenen Fassaden anschauen.
was noch... Ich hab nen frischen Schnitt am rechten Knie, quasi wiedereroeffnet. Nix schlimmes, nur ne Hinflieg-Schramme vom Vulkaninselwandern letzte Woche, die beschlossen hat, nachtraeglich noch boese zu werden. War heut beim Doc und hab nach der Inspektion Antibiotikum gekriegt. Heile das jetzt erstmal ab, bin also froh, nicht heute schon arbeiten zu 'duerfen', denn das waere ein schlechter Start. (Kann ja trotzdem suchen.) Schoen, dass wir hier nicht im Dschungel sind, da sind son paar Keime kein Grund zur Panik. Soll ruhig was kosten, wozu hab ich Versicherung bezahlt. Aber soll bitte schnell gehen. Weh tuts kaum. Das ist das geflickte Knie, wo sowieso kaum noch Nerv rin ist. BITTE KEINE SORGEN MACHEN :) Ich fahr gleich mit dem Rad nach hause.
Haette eigentlich nach Napier gewollt. Aber man muss es ja nicht herausfordern. Ich koennte ja mal Papierbriefe schreiben. Teurer als fuenf Dollar sie Stunde kan das auch nicht werden ;)
Hab Euch trotzem lieb *hihi*
Napier ist total art deco, weil es nach einem Erdbeben 1931 ganz neu wieder aufgebaut wurde. eigentlich (abgesehen von der Katastrophe) ne schoene Sache: Neugruendung mit bereits eingelebten Einheimischen. Deutlich organischer als Satelitenstaedte, die ja auch aus dem Boden gestampft werden, bloss viel uncharmanter. Dieses Wochenende ist Art Deco Parade und damit quasi Kostuempflicht. Haett ich ejtzt die Omi bei der Hand! Weiss noch nicht, was ich anziehe. Bei der Gelegenheit kann ich mir dann auch prima die vielen schoenen Fassaden anschauen.
was noch... Ich hab nen frischen Schnitt am rechten Knie, quasi wiedereroeffnet. Nix schlimmes, nur ne Hinflieg-Schramme vom Vulkaninselwandern letzte Woche, die beschlossen hat, nachtraeglich noch boese zu werden. War heut beim Doc und hab nach der Inspektion Antibiotikum gekriegt. Heile das jetzt erstmal ab, bin also froh, nicht heute schon arbeiten zu 'duerfen', denn das waere ein schlechter Start. (Kann ja trotzdem suchen.) Schoen, dass wir hier nicht im Dschungel sind, da sind son paar Keime kein Grund zur Panik. Soll ruhig was kosten, wozu hab ich Versicherung bezahlt. Aber soll bitte schnell gehen. Weh tuts kaum. Das ist das geflickte Knie, wo sowieso kaum noch Nerv rin ist. BITTE KEINE SORGEN MACHEN :) Ich fahr gleich mit dem Rad nach hause.
Haette eigentlich nach Napier gewollt. Aber man muss es ja nicht herausfordern. Ich koennte ja mal Papierbriefe schreiben. Teurer als fuenf Dollar sie Stunde kan das auch nicht werden ;)
Hab Euch trotzem lieb *hihi*
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Freitag, 8. Februar 2008
Taradale (Napier, Hawkes Bay)
Bin im Internet Cafe in Taradale, an 'meinem' Fahrrad ist kein Licht, aber das geht schon klar, denn auf dem Hinweg im Hellen bin ich schon so gut wie keinem Auto begegnet, und jetzt sind hier erst recht alle Buergersteige hochgeklappt. Schnucklig hier. Ein Pukeko (dieses grosse blaue Sumpfhuhn) latschte auch an einer Obstplantagenhecke entlang.
Ich hab nicht nur nen Zeltplatz, sondern eine frisch gelieferte Sleepout-Huette. Der geplante Bewohner ist noch nicht aufgekreuzt. Tuerschloss geht zwar nicht richtig, Aber man kann von innen immerhin zumachen; das ist mehr Privatsphaere als ein Zelt erlaubt haette.
Mein Nicht-Arbeit-Aber-Herbergsgeber Ian ist ein sehr netter, sehr fitter, kluger und tuechtiger langer Grauhaariger, der spricht wie ein heiserer Kermit und rechts ein Kochlear-Implantat traegt. Scheint aber problemlos zu verstehen. Als er mich vom Bus aufgesammelt hat, fragte ihn eine uebriggebliebene Frau nach dem Weg zum Hotel, da hat er sie auch gleich mit hingebracht und ihr noch die Tasche raufgetragen. Mich hat er gestern um halb neun noch zum Supermarkt chauffiert, damit ich mir Muesli und Milch kaufen konnte. Ich haette auch mit vorhandenen Keksen ueberlebt. Aber da laesst er nichts auf sich kommen. Irgendwann werd ich ihn knuddeln. Hab noch zuviel scheuen Respekt...
Gestern auf der 7 stuendigen Hinfahrt per Intercity Bus wandelte sich die Landschaft allmaehlich wieder in das, was mir an der Suedinsel so gefallen hatte: Berge, Weiden, Wald, Flussbetten (aeh, im Sueden sind die besser gefuellt)... guter Anfang.
Napier selbst hat ungefaehr den Charm von Picton, kleine, beschauliche, aufgeraeumte Hafenstadt, nur mehr schoene lange gerade Strandpromenade. So gerade, dass an einer Stelle z.B. ein grosser Bogen aus Stahl im sandigen Nichts steht, um die weite ein bischen aufzulockern. Perfekter Anblick, denn die Kueste hat Westblick, und ich wurde entsprechend von Sonnenuntergang begruesst.
Bis Napier hab ich es heute nicht geschafft. Bin zu spaet losgefahren. Hatte erstmal die Gemeinschaftskueche auf Vordermann gebracht, weil sie in einem Zustand war, der es unmoeglich machte, mal eben meine Mueslischale zu spuelen. Jetzt kenn ich jeden Winkel und jeder Winkel hat mich kennengelernt, aber dafuer war der Nachmittag rum. Selber schuld, wenn man erst um 13:00 aufsteht und erst um 15:00 in die Gaenge kommt. Ich hatte mich aber wirklich nur einmal umgedreht, als ich um 9 Uhr wach wurde. Die vier Stunden waren also wohl noetig.
Das kommt von dem powermaessigen Waitangi Day Festival und dem rastlosen Reisetag gestern. (Zum Waitangi Day schreibe ich nochmal gesondert Blog.)
Ich bin erst fertig gewesen, als nach 18:00 die andern nach und nach auftauchten: Dani aus Deutschland, die den Hofladen schmeisst, Shaka aus?? und ?? (maennlich) aus der Czechoslovakei, sowie Andreas und Kati aus ...aeh... Skandinavien, die hier alle auf den Saisonstart der Apfelernte und somit auf Arbeit warten. Shaka hat mich ausserdem gestern nacht gerettet, als ich nach dem Klohaeuschen-Besuch den falschen Wasserhahn an den Aussenbecken betaetigt hatte. Falsch heisst: den ganz rechts. Den kann man nicht aufdrehen, nur ab. Und dann gibts eine schoene Fontaene, Ende offen. Ich weiss nicht, wie sie das geschafft hat, gegen den Wasserdruck die voellig abgefallen Regler wieder anzuschrauben - und das noch, ohne nass zu werden! Ich jedenfalls habe das Ding mit rotem Isolierband dermassen abgeklebt, dass man auch im Dunkeln nicht mehr auf die Idee kommen kann, den zu benutzen.
Sonst aber alles sehr komfortabel und schoen. Hier fuehl ich mich richtig.
Jetzt bin ich berechtigtermassen doch wieder muede. Ob der ununterbrochen huestelnde Mensch, der da in der Ecke schon die ganze Zeit irgendein Kampfspiel daddelt, wohl nur noch wegen mir den Laden offen haelt? Wie dem auch sei. Ich fahr jetzt in mein aktuelles Heim und wuensche Euch nen schoenen Tag.
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Get the name you always wanted with the new y7mail email address.
Ich hab nicht nur nen Zeltplatz, sondern eine frisch gelieferte Sleepout-Huette. Der geplante Bewohner ist noch nicht aufgekreuzt. Tuerschloss geht zwar nicht richtig, Aber man kann von innen immerhin zumachen; das ist mehr Privatsphaere als ein Zelt erlaubt haette.
Mein Nicht-Arbeit-Aber-Herbergsgeber Ian ist ein sehr netter, sehr fitter, kluger und tuechtiger langer Grauhaariger, der spricht wie ein heiserer Kermit und rechts ein Kochlear-Implantat traegt. Scheint aber problemlos zu verstehen. Als er mich vom Bus aufgesammelt hat, fragte ihn eine uebriggebliebene Frau nach dem Weg zum Hotel, da hat er sie auch gleich mit hingebracht und ihr noch die Tasche raufgetragen. Mich hat er gestern um halb neun noch zum Supermarkt chauffiert, damit ich mir Muesli und Milch kaufen konnte. Ich haette auch mit vorhandenen Keksen ueberlebt. Aber da laesst er nichts auf sich kommen. Irgendwann werd ich ihn knuddeln. Hab noch zuviel scheuen Respekt...
Gestern auf der 7 stuendigen Hinfahrt per Intercity Bus wandelte sich die Landschaft allmaehlich wieder in das, was mir an der Suedinsel so gefallen hatte: Berge, Weiden, Wald, Flussbetten (aeh, im Sueden sind die besser gefuellt)... guter Anfang.
Napier selbst hat ungefaehr den Charm von Picton, kleine, beschauliche, aufgeraeumte Hafenstadt, nur mehr schoene lange gerade Strandpromenade. So gerade, dass an einer Stelle z.B. ein grosser Bogen aus Stahl im sandigen Nichts steht, um die weite ein bischen aufzulockern. Perfekter Anblick, denn die Kueste hat Westblick, und ich wurde entsprechend von Sonnenuntergang begruesst.
Bis Napier hab ich es heute nicht geschafft. Bin zu spaet losgefahren. Hatte erstmal die Gemeinschaftskueche auf Vordermann gebracht, weil sie in einem Zustand war, der es unmoeglich machte, mal eben meine Mueslischale zu spuelen. Jetzt kenn ich jeden Winkel und jeder Winkel hat mich kennengelernt, aber dafuer war der Nachmittag rum. Selber schuld, wenn man erst um 13:00 aufsteht und erst um 15:00 in die Gaenge kommt. Ich hatte mich aber wirklich nur einmal umgedreht, als ich um 9 Uhr wach wurde. Die vier Stunden waren also wohl noetig.
Das kommt von dem powermaessigen Waitangi Day Festival und dem rastlosen Reisetag gestern. (Zum Waitangi Day schreibe ich nochmal gesondert Blog.)
Ich bin erst fertig gewesen, als nach 18:00 die andern nach und nach auftauchten: Dani aus Deutschland, die den Hofladen schmeisst, Shaka aus?? und ?? (maennlich) aus der Czechoslovakei, sowie Andreas und Kati aus ...aeh... Skandinavien, die hier alle auf den Saisonstart der Apfelernte und somit auf Arbeit warten. Shaka hat mich ausserdem gestern nacht gerettet, als ich nach dem Klohaeuschen-Besuch den falschen Wasserhahn an den Aussenbecken betaetigt hatte. Falsch heisst: den ganz rechts. Den kann man nicht aufdrehen, nur ab. Und dann gibts eine schoene Fontaene, Ende offen. Ich weiss nicht, wie sie das geschafft hat, gegen den Wasserdruck die voellig abgefallen Regler wieder anzuschrauben - und das noch, ohne nass zu werden! Ich jedenfalls habe das Ding mit rotem Isolierband dermassen abgeklebt, dass man auch im Dunkeln nicht mehr auf die Idee kommen kann, den zu benutzen.
Sonst aber alles sehr komfortabel und schoen. Hier fuehl ich mich richtig.
Jetzt bin ich berechtigtermassen doch wieder muede. Ob der ununterbrochen huestelnde Mensch, der da in der Ecke schon die ganze Zeit irgendein Kampfspiel daddelt, wohl nur noch wegen mir den Laden offen haelt? Wie dem auch sei. Ich fahr jetzt in mein aktuelles Heim und wuensche Euch nen schoenen Tag.
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Freitag, 25. Januar 2008
Auckland
Status Quo:
Ich bin wieder alleine. Stefan ist nun seit ueber ner Woche wieder zuhause und so eben uebers Jetlag weg.
Location:
Ich haeng schon viel zu lange hier in Auckland, das heisst: erstmal bin ich gar nicht hin gekommen. In Manukau (per Auto recht praktisch nah am Flughafen), wo wir bei lieben Leuten untergekommen waren, fahren naemlich die Busse nur sehr spaerlich. Und man (ver)laeuft sich nen Affen bis zur Haltestelle. Oder um das Haus zu finden. Das ganze Wohnviertel besteht naemlich aus Schnellstrasse mit eingestreuten Flaechen aus weitlaeufigen labyrinthischen Sackgassen, die gleichfoermig einstoeckig bebaut sind und zur sonstigen 'Orientieung' so ziemlich denselben trockenen Rasen als Vorgarten haben. Das stellte ich fest, als ich zum erstenmal den Bus benutzte, naemlich nachdem Stefan und das Auto am Flughafen geblieben waren.
Nun, ich habe grob gepeilt, unnoetige Kilometer gefressen und wenn ich mal wieder falsch war, an Haustueren geklopft und gefragt, ob die Leute eine Strassenkarte haetten. (Die Strasse, wo unsere Freunde wohnen, kennt naemlich keiner, sie ist eine Microsackgasse, die von einer Minisackgasse abgeht.) Im Endeffekt, um es kurz zu machen, wurde ich fuendig und kam irgendwann fix und fertig 'zuhause' an.
(Einschub damaligen Gemuetslage:
Wenn man gerade den Liebsten aus symbiotischer Naehe wieder in die weite Welt entlassen hat und dann total verirrt in einer nicht fuer Fussgaenger gebauten Wohnwueste rumsteht, ist man unleugbar deplaciert und bis zur Besinnungslosigkeit einsam. Das kann ich Euch versichern. Die Frage laesst sich in dem Moment nicht abschuetteln: Was um alles in der Welt mache ich hier eigentlich?)
Stefan und ich hatten in unserm Zelt im Garten geschlafen. Nun wurde ich ins Babyzimmer umquartiert und das Baby zu den Eltern. Bin bis gestern bei ihnen geblieben und nun in ein Backpacker Hostel umgezogen, weil irgenwann ja auch mal gut sein muss. Hab die erste Nacht hinter mir und bin fuer die kommende besser vorbereitet: Hab die Ohrstopfen ausgegraben. Gestern, samstagnacht um halb drei(!!) im Zimmer donnerten die Baesse aus mindestens 4 verschiedenen Diskotheken, dazu wohlgelaunte Aufheuler von Automotoren und gelegentliches Suffgebruell. Fenster zumachen war nicht drin, in nem schwuelen Sechserzimmer. Haette bestimmt eh nichts gebracht, denn Doppelglas ist hier nicht ueblich. Tagsueber grollen die Motoren an der Infraschallgrenze, dass der Boden wackelt und ich belegte Ohren kriege, und das nur, weil sich in unserer Strasse alles staut. Wo wollen die bloss hin?
Naja, nochmal zur City: Ich hab es immer oefter gewagt, von Manukau nach Auckland zu pilgern. In der Zwischenzeit habe ich nette Busfahrer getroffen, von mir fremden aber ortskundigen Frauen Chauffeurdienste bekommen, ne Deutsche, die hier bleiben will, fuer nen Nachmittag in der City getroffen...
...sogar tolle Straende, gesellige BBQs mit weiteren Bekanntschaften und losen Einladungen zum Schnorcheln waren dabei.
Das aendert aber alles nix daran, dass ich mit dieser Stadt nicht warm werde.
Ali, der Nachbar meiner Freunde in Manukau, wird heute 5, ich bin zum Geburtstag eingeladen und stellte soeben (10:30 morgens) fest, dass laut meinen Fahrplaenen sonntags ueberhaup kein Bus da raus faehrt!!! (Und an Wochentagen ne volle Stunde, zuzueglich mindestens 30 Min Lauferei.)
-------------
(fast zwoelf Stunden spaeter)
Ich hab heut nochmal mein Gepaeck ausgemistet.
Zum wievieltenmale? Egal. Diesmal hab ich ne Kiste mit Zeug in Treppenhaus gestellt zum Mitnehmen, wers brauchen kann. Wenn die Waesche trocken ist, wird auch der Textilsektor nochmal um 30% erleichtert. Dafuer belohn ich mich morgen mit einem Tagesausflug auf eine der vorgelagerten Inseln (zB Waiheke), vorausgesetzt ich finde schnell genug ein Postamt, das ein weiteres Haeufchen aussortierten Kram fuer mich nach Deutschland bringt.
Einen dringenden Rat hab ich noch fuer alle, die nach Neuseeland kommen (der gilt gleichermassen fuer Australien:) Vergesst Doener bzw hier nur bekannt als Kebab oder Kabab. Lohnt sich NIE. Frisch selbstgebackene Fladen koennen die sich nichtmal VORSTELLEN. Den obligatorischen Weiss- und Rotkohl hab ich hier noch nie dazu gesehen. Und das ist erst der Anfang: Der erste, den ich hatte, war mit komisch gewuerzten Hackfleischbroeckchen bestueckt. Dafuer durfte ich dann zwischen 6 verschiedenen Sossen waehlen. Hommos ist ja toll, Joghurt, Knoblauch kennt man. Aber Barbequeue? MAYO??? Ketschup?? Im Nachhinein haette ich vielleicht besser Ketschup genommen, denn das Ding machte keinen Sinn. Heute hab ichs nochmal versucht, denn zum Fruehstueck hatte ich doch schon wieder Sushi gehabt - gutes Pfund fuer 5 NZ$. Lammdoener gabs. Fuer 7,50. Mit Minzsosse (! Was kann da noch kommen). Jetzt koennte man sagen, war ich ja selber schuld, dass der nicht schmeckte. Aber das war nicht der Grund: Hat irgendwer von euch schonmal erlebt, dass im Angesicht des grossen Doenerspiesses der Servierer ein ganz anderes Fach oeffnet und lauwarmes Geschrapptes rausholt, das aussieht wie in der Microwelle aufgewaermter Tiefkuehlgyros (also nix mit Bratenkruste) - und auch so schmeckt, nur ohne die Gewuerze? Mein Beileid... aber doch bestimmt nicht in Deitschland oder in der Tuerkei, oder??
War trotzdem gut, dass ich da gegessen habe. Kam mit dem Ladenbesitzer ins Gespraech, der mir die Ueberlebensschwierigkeiten von Kleinunternehmen in Neuseeland erklaerte (halten sich wenige Jahre, scheitern an Markt, Infrastruktur und Steuer und gehen dann haushoch pleite. Das ist der Preis, den Einwanderer fuer ihre Staatsbuergerschaft bezahlen), und mit einer anderen Unternehmerin: Traditionell chinesische Massagepraxis mit Beautysalon und Akupunktur. Jeden Monat kommen Kunden, die ihre Einrichtung mit einem Bordell verwechseln. Sie ringt nach Worten und Namen, die den Leuten die dummen Ideen austreiben, verwahrt sich dagegen, auf die Dauer laufen ihr die guten Maedchen trotzdem weg und 9 von 10 anderen Chinesen sagen sie solle sich nicht so anstellen und mit dem Markt gehen. Wenn die Kunden das erwarten, sei doch schnelles Geld zu machen. Sie sagt, innerhalb von zwei Jahren sei das die normale Entwicklung einer Neugruendung in ihrer Branche, aber ihr Weg sei das nicht. Sie beobachte das mit Entsetzen. Die Frau schreibt an einem Buch. Eigentlich sollte es was romantisches werden, aber jetzt hat sie richtigen Stoff.
So siehts aus. Ueberall wo chronisch zuviele (entwurzelte) Leute sind.
Deswegen geh ich ja auch in die Hawkes Bay und mach mich irgendwie in der Apfelernte nuetzlich. Die Fahrt kostet soviel wie drei Tagesnetzkarten fuer Auckland und bringt mich in eine schoene Ecke, die Stefan und ich auf unserem Trip aus Zeitmangel ganz auslassen mussten.
Davor wirds hier nochmal richtig interessant: Wenn bei Euch dieses Jahr Aschermittwoch ist, haben die Neuseelaender ihren Nationalfeiertag: Waitangi Day, den Jahrestag der Unterzeichnung des Kolonialvertrages der Briten mit den Maori.
Und ich bin freiwilliger Helfer beim Waitangi day Festival in der Okahu Bay. Das beinhaltet hauptsaechlich Muellpolizei spielen und geht einher mit einer offiziell traditionell rituellen Aufnahme in den Stamm (Willkommenszeremonie, aber eben nicht fuer zahlende Touristen), Festreden, Essen am Vortag, Uebernachtung im Marae (Versammlungshaus), Frueh aufstehen und Muelltonnen aufbauen, Festival-Einsatz, Erdloch ausheben, Festival abbauen helfen und zum Abschluss ein Hangi (traditionell kochgrubengedaempftes Maori-Festessen) unter uns. Da freu ich mich drauf. Und am naechsten Morgen sag ich : "tschuess Auckland."
Jetzt sag ich Euch tschuess. Bin naemlich muede. Schoenen Rosenmontag, was auch immer Ihr anstellt.
Ach, bei Euch ist ja noch Sonntag.
Naja viel Spass eben!
Ich bin wieder alleine. Stefan ist nun seit ueber ner Woche wieder zuhause und so eben uebers Jetlag weg.
Location:
Ich haeng schon viel zu lange hier in Auckland, das heisst: erstmal bin ich gar nicht hin gekommen. In Manukau (per Auto recht praktisch nah am Flughafen), wo wir bei lieben Leuten untergekommen waren, fahren naemlich die Busse nur sehr spaerlich. Und man (ver)laeuft sich nen Affen bis zur Haltestelle. Oder um das Haus zu finden. Das ganze Wohnviertel besteht naemlich aus Schnellstrasse mit eingestreuten Flaechen aus weitlaeufigen labyrinthischen Sackgassen, die gleichfoermig einstoeckig bebaut sind und zur sonstigen 'Orientieung' so ziemlich denselben trockenen Rasen als Vorgarten haben. Das stellte ich fest, als ich zum erstenmal den Bus benutzte, naemlich nachdem Stefan und das Auto am Flughafen geblieben waren.
Nun, ich habe grob gepeilt, unnoetige Kilometer gefressen und wenn ich mal wieder falsch war, an Haustueren geklopft und gefragt, ob die Leute eine Strassenkarte haetten. (Die Strasse, wo unsere Freunde wohnen, kennt naemlich keiner, sie ist eine Microsackgasse, die von einer Minisackgasse abgeht.) Im Endeffekt, um es kurz zu machen, wurde ich fuendig und kam irgendwann fix und fertig 'zuhause' an.
(Einschub damaligen Gemuetslage:
Wenn man gerade den Liebsten aus symbiotischer Naehe wieder in die weite Welt entlassen hat und dann total verirrt in einer nicht fuer Fussgaenger gebauten Wohnwueste rumsteht, ist man unleugbar deplaciert und bis zur Besinnungslosigkeit einsam. Das kann ich Euch versichern. Die Frage laesst sich in dem Moment nicht abschuetteln: Was um alles in der Welt mache ich hier eigentlich?)
Stefan und ich hatten in unserm Zelt im Garten geschlafen. Nun wurde ich ins Babyzimmer umquartiert und das Baby zu den Eltern. Bin bis gestern bei ihnen geblieben und nun in ein Backpacker Hostel umgezogen, weil irgenwann ja auch mal gut sein muss. Hab die erste Nacht hinter mir und bin fuer die kommende besser vorbereitet: Hab die Ohrstopfen ausgegraben. Gestern, samstagnacht um halb drei(!!) im Zimmer donnerten die Baesse aus mindestens 4 verschiedenen Diskotheken, dazu wohlgelaunte Aufheuler von Automotoren und gelegentliches Suffgebruell. Fenster zumachen war nicht drin, in nem schwuelen Sechserzimmer. Haette bestimmt eh nichts gebracht, denn Doppelglas ist hier nicht ueblich. Tagsueber grollen die Motoren an der Infraschallgrenze, dass der Boden wackelt und ich belegte Ohren kriege, und das nur, weil sich in unserer Strasse alles staut. Wo wollen die bloss hin?
Naja, nochmal zur City: Ich hab es immer oefter gewagt, von Manukau nach Auckland zu pilgern. In der Zwischenzeit habe ich nette Busfahrer getroffen, von mir fremden aber ortskundigen Frauen Chauffeurdienste bekommen, ne Deutsche, die hier bleiben will, fuer nen Nachmittag in der City getroffen...
...sogar tolle Straende, gesellige BBQs mit weiteren Bekanntschaften und losen Einladungen zum Schnorcheln waren dabei.
Das aendert aber alles nix daran, dass ich mit dieser Stadt nicht warm werde.
Ali, der Nachbar meiner Freunde in Manukau, wird heute 5, ich bin zum Geburtstag eingeladen und stellte soeben (10:30 morgens) fest, dass laut meinen Fahrplaenen sonntags ueberhaup kein Bus da raus faehrt!!! (Und an Wochentagen ne volle Stunde, zuzueglich mindestens 30 Min Lauferei.)
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(fast zwoelf Stunden spaeter)
Ich hab heut nochmal mein Gepaeck ausgemistet.
Zum wievieltenmale? Egal. Diesmal hab ich ne Kiste mit Zeug in Treppenhaus gestellt zum Mitnehmen, wers brauchen kann. Wenn die Waesche trocken ist, wird auch der Textilsektor nochmal um 30% erleichtert. Dafuer belohn ich mich morgen mit einem Tagesausflug auf eine der vorgelagerten Inseln (zB Waiheke), vorausgesetzt ich finde schnell genug ein Postamt, das ein weiteres Haeufchen aussortierten Kram fuer mich nach Deutschland bringt.
Einen dringenden Rat hab ich noch fuer alle, die nach Neuseeland kommen (der gilt gleichermassen fuer Australien:) Vergesst Doener bzw hier nur bekannt als Kebab oder Kabab. Lohnt sich NIE. Frisch selbstgebackene Fladen koennen die sich nichtmal VORSTELLEN. Den obligatorischen Weiss- und Rotkohl hab ich hier noch nie dazu gesehen. Und das ist erst der Anfang: Der erste, den ich hatte, war mit komisch gewuerzten Hackfleischbroeckchen bestueckt. Dafuer durfte ich dann zwischen 6 verschiedenen Sossen waehlen. Hommos ist ja toll, Joghurt, Knoblauch kennt man. Aber Barbequeue? MAYO??? Ketschup?? Im Nachhinein haette ich vielleicht besser Ketschup genommen, denn das Ding machte keinen Sinn. Heute hab ichs nochmal versucht, denn zum Fruehstueck hatte ich doch schon wieder Sushi gehabt - gutes Pfund fuer 5 NZ$. Lammdoener gabs. Fuer 7,50. Mit Minzsosse (! Was kann da noch kommen). Jetzt koennte man sagen, war ich ja selber schuld, dass der nicht schmeckte. Aber das war nicht der Grund: Hat irgendwer von euch schonmal erlebt, dass im Angesicht des grossen Doenerspiesses der Servierer ein ganz anderes Fach oeffnet und lauwarmes Geschrapptes rausholt, das aussieht wie in der Microwelle aufgewaermter Tiefkuehlgyros (also nix mit Bratenkruste) - und auch so schmeckt, nur ohne die Gewuerze? Mein Beileid... aber doch bestimmt nicht in Deitschland oder in der Tuerkei, oder??
War trotzdem gut, dass ich da gegessen habe. Kam mit dem Ladenbesitzer ins Gespraech, der mir die Ueberlebensschwierigkeiten von Kleinunternehmen in Neuseeland erklaerte (halten sich wenige Jahre, scheitern an Markt, Infrastruktur und Steuer und gehen dann haushoch pleite. Das ist der Preis, den Einwanderer fuer ihre Staatsbuergerschaft bezahlen), und mit einer anderen Unternehmerin: Traditionell chinesische Massagepraxis mit Beautysalon und Akupunktur. Jeden Monat kommen Kunden, die ihre Einrichtung mit einem Bordell verwechseln. Sie ringt nach Worten und Namen, die den Leuten die dummen Ideen austreiben, verwahrt sich dagegen, auf die Dauer laufen ihr die guten Maedchen trotzdem weg und 9 von 10 anderen Chinesen sagen sie solle sich nicht so anstellen und mit dem Markt gehen. Wenn die Kunden das erwarten, sei doch schnelles Geld zu machen. Sie sagt, innerhalb von zwei Jahren sei das die normale Entwicklung einer Neugruendung in ihrer Branche, aber ihr Weg sei das nicht. Sie beobachte das mit Entsetzen. Die Frau schreibt an einem Buch. Eigentlich sollte es was romantisches werden, aber jetzt hat sie richtigen Stoff.
So siehts aus. Ueberall wo chronisch zuviele (entwurzelte) Leute sind.
Deswegen geh ich ja auch in die Hawkes Bay und mach mich irgendwie in der Apfelernte nuetzlich. Die Fahrt kostet soviel wie drei Tagesnetzkarten fuer Auckland und bringt mich in eine schoene Ecke, die Stefan und ich auf unserem Trip aus Zeitmangel ganz auslassen mussten.
Davor wirds hier nochmal richtig interessant: Wenn bei Euch dieses Jahr Aschermittwoch ist, haben die Neuseelaender ihren Nationalfeiertag: Waitangi Day, den Jahrestag der Unterzeichnung des Kolonialvertrages der Briten mit den Maori.
Und ich bin freiwilliger Helfer beim Waitangi day Festival in der Okahu Bay. Das beinhaltet hauptsaechlich Muellpolizei spielen und geht einher mit einer offiziell traditionell rituellen Aufnahme in den Stamm (Willkommenszeremonie, aber eben nicht fuer zahlende Touristen), Festreden, Essen am Vortag, Uebernachtung im Marae (Versammlungshaus), Frueh aufstehen und Muelltonnen aufbauen, Festival-Einsatz, Erdloch ausheben, Festival abbauen helfen und zum Abschluss ein Hangi (traditionell kochgrubengedaempftes Maori-Festessen) unter uns. Da freu ich mich drauf. Und am naechsten Morgen sag ich : "tschuess Auckland."
Jetzt sag ich Euch tschuess. Bin naemlich muede. Schoenen Rosenmontag, was auch immer Ihr anstellt.
Ach, bei Euch ist ja noch Sonntag.
Naja viel Spass eben!
Freitag, 18. Januar 2008
zammenfassung von stefan
nun bloggt der stefan mal, da wir nur noch wenig onlinezeit haben.
ich (stefan) reise in 3 tagen ab, und damit ist dieser gemeinsame trip dann leider zuende. viel gesehen auf jedenfall.
was war?
christchurch runter in die catlins, blaue seen, schafe und pinguine zaehlen, dann rueber nach fjordland, rumfahren und keinen fjord finden. mit einem boot, bus und wieder boot dann in den doubtful sound. irgendwo da noch drachen steigen lassen. weiter dann die westkueste wieder hoch. das wetter ist schlechter wie angekuendigt, die sandfliegen sind auch sauer. troztdem schauen wir uns den fox gletscher an. maechtig gewaltig :) dann mal zelten im einsamen wald und das zelt nass einpacken. nach einigen kilometern fahren wir zum abel tasman nationalpark. dort etwas wild campen und dann die mac donald farm besuchen. entspannen und wandern. puh, weiter nordwaerts. die faehre nach wellington nachts erwischen in der stadt irgendwo im auto schlafen, tagsueber das nationalmuseum ansehen und dann weiterfahren...
wir campen neben kuhweiden (nanu keine schafe) und werden zum fruehstuck von den besitzern eingeladen. sehr nett. dann weiter zu den vulkanen. tongario crossing mit extrem wanderung im alpinen gebiet. hui...
es wird besser: am naechsten tag springen wir aus einem flugzeug und legen uns abends in einen heissen bach der der irgendwo rumfliesst... weiter nach norden geht es zum hot water beach auf der coromandel halbinsel. unterwegs noch kiwifrucht bestaunen und nette leute treffen.
achja, im pazifik waren wir endlich mal schwimmen und drachensteigen am strand.
soweit von hier und gleich ist meine blogzeit um...
viele gruesse auch von der Sonja
Stefan
ich (stefan) reise in 3 tagen ab, und damit ist dieser gemeinsame trip dann leider zuende. viel gesehen auf jedenfall.
was war?
christchurch runter in die catlins, blaue seen, schafe und pinguine zaehlen, dann rueber nach fjordland, rumfahren und keinen fjord finden. mit einem boot, bus und wieder boot dann in den doubtful sound. irgendwo da noch drachen steigen lassen. weiter dann die westkueste wieder hoch. das wetter ist schlechter wie angekuendigt, die sandfliegen sind auch sauer. troztdem schauen wir uns den fox gletscher an. maechtig gewaltig :) dann mal zelten im einsamen wald und das zelt nass einpacken. nach einigen kilometern fahren wir zum abel tasman nationalpark. dort etwas wild campen und dann die mac donald farm besuchen. entspannen und wandern. puh, weiter nordwaerts. die faehre nach wellington nachts erwischen in der stadt irgendwo im auto schlafen, tagsueber das nationalmuseum ansehen und dann weiterfahren...
wir campen neben kuhweiden (nanu keine schafe) und werden zum fruehstuck von den besitzern eingeladen. sehr nett. dann weiter zu den vulkanen. tongario crossing mit extrem wanderung im alpinen gebiet. hui...
es wird besser: am naechsten tag springen wir aus einem flugzeug und legen uns abends in einen heissen bach der der irgendwo rumfliesst... weiter nach norden geht es zum hot water beach auf der coromandel halbinsel. unterwegs noch kiwifrucht bestaunen und nette leute treffen.
achja, im pazifik waren wir endlich mal schwimmen und drachensteigen am strand.
soweit von hier und gleich ist meine blogzeit um...
viele gruesse auch von der Sonja
Stefan
Samstag, 15. Dezember 2007
Was Du heute kannst verschieben
Liebe Leute, Ihr habt ja recht.
Ich schreib überhaupt keine Eckdaten. Ich will ja, aber ich warte immer auf was originelles und laß dann den Rest doch aus.
Okay.
Ich bin in Christchurch, Canterbury, New Zealand, untergebracht bei Freunden über www.couchsurfing.com, hab statt ner Couch für paar Nächte luxuriöserweise ein wohnliches Gartenhäuschen (Doppelbett und Dusch/WC) für mich, bin bei den Familienaktivitäten willkommen (einschließlich Mahlzeiten), und das bis einschließlich zum 25. oder 26.12., das Wetter hier war sehr sommerlich, hat dann gemuckt und genässt, und kommt jetzt wieder in Form. "Jingle Bells" oder "Frosty the Snowman" sind hier derzeit recht beliebt, aber ich kann einfach nicht mitsingen, weil mir vor Lachen immer die Luft wegbleibt, so bizarr ist das.
Ansonsten wirkt es hier auf der Südinsel landschaftlich recht europäisch, wenn da die seltsamen Bäume etc nicht wären. Die Vögel hier sind nicht ganz so laut wie in Australien, singen aber auch hübsch, Schafe hab ich schon gesehen, Kiwis noch nicht, dafür aber einiger der einheimischen Enten und Wasserhühner. Aus den Fellen erlegter Possums, die als illegale Einwanderer und raubhafte Allesfresser ohne natürliche Feinde hier die einheimische Artenvielfalt gefährden macht man hier teure, aber ungeheuer gute, trendige und wohltätig/wohltuende Pullis, deren Erweb vom WWF ausdrücklich empfohlen wird. Wer möchte einen superweichwarmen, aktiv artenschützerischen (Plagenkontrolle) umweltfeundlichen neu-wiederverwerteten (verstricken statt verrotten) und biologisch irgendwann voll abbaubaren Pulli?... Oh mann ich schweife schon wieder ab. Das gute Zeug heißt Merino Possum, mehr öko geht gar nicht.
Am 22.12. kommt mein Liebster für nen ganzen Monat eingeflogen, und dann gehts nach einer kurzen Akklimatisationsphase mit Weihnachtsfeier rund um beide Inseln mit nem gemieteten Kombiwagen. Ende des Trips ist in Auckland.
Zum Geburtstag hab ich meinen Leuten eine Eissplittertorte kredenzt, ein Buch über die Seltsamkeit hiesiger Ortsnamen bekommen und mir selber eine leichte aber sehr tolle, echt günstige Gitarre gekauft.
Zur Zeit jobbe ich nicht, zahle aber auch keine Miete, sondern spüle haushaltsübliche Mengen Geschirr und steuere bestenfalls mal ein paar Lebensmittel nach Bedarf bei.
Hab ein gutes Leben, freue mich auf meinen Besuch und war heute endlich am Strand. Sehr schön. Meterlangen daumendicken gummiartigen Tang gefunden, der gar nicht eklig ist. Kein Müll auf dem klaren Wasser. Nichtmal der sonst so unvermeidliche dicke Meerschaum. Hier möchte ich mal tauchen.
So. Und jetzt muß ich ins Bett. In 8 Stunden und 10 Minuten werd ich von einer anderen Couchsurferin eingesammelt zu einem Ausflug nach Akaroa, der einzigen französischen Ansiedlung in Neuseeland. Das liegt auch am Wasser, und es gibt Albatrosse, Delphine und mit etwas Glück sogar Wale zu sehen. Und kraxelige Felsen. Da lohnt es sich, wach zu sein.
Nun seid Ihr endlich auch mal im Bild*! (* naja nicht wörtlich. Ging grad nicht. Sorry das Kamera-Datenkabel ist in der Hütte, Internet hab ich aber nur im Haus, und ich fang nach Mitternacht nicht noch die Rennerei an. Aber es gibt nochmal Fotos, okay?) Laßt es Euch gut gehen. Eßt ein Stück Baumkuchen und/oder Elisenlebkuchen für mich mit. Spekulatius gibts hier auch, Import aus Holland. Ist mir aber deutlich zu dröge. Dann doch lieber Barbequeue, Salat und Milchshake. Also Tschau.
Ich schreib überhaupt keine Eckdaten. Ich will ja, aber ich warte immer auf was originelles und laß dann den Rest doch aus.
Okay.
Ich bin in Christchurch, Canterbury, New Zealand, untergebracht bei Freunden über www.couchsurfing.com, hab statt ner Couch für paar Nächte luxuriöserweise ein wohnliches Gartenhäuschen (Doppelbett und Dusch/WC) für mich, bin bei den Familienaktivitäten willkommen (einschließlich Mahlzeiten), und das bis einschließlich zum 25. oder 26.12., das Wetter hier war sehr sommerlich, hat dann gemuckt und genässt, und kommt jetzt wieder in Form. "Jingle Bells" oder "Frosty the Snowman" sind hier derzeit recht beliebt, aber ich kann einfach nicht mitsingen, weil mir vor Lachen immer die Luft wegbleibt, so bizarr ist das.
Ansonsten wirkt es hier auf der Südinsel landschaftlich recht europäisch, wenn da die seltsamen Bäume etc nicht wären. Die Vögel hier sind nicht ganz so laut wie in Australien, singen aber auch hübsch, Schafe hab ich schon gesehen, Kiwis noch nicht, dafür aber einiger der einheimischen Enten und Wasserhühner. Aus den Fellen erlegter Possums, die als illegale Einwanderer und raubhafte Allesfresser ohne natürliche Feinde hier die einheimische Artenvielfalt gefährden macht man hier teure, aber ungeheuer gute, trendige und wohltätig/wohltuende Pullis, deren Erweb vom WWF ausdrücklich empfohlen wird. Wer möchte einen superweichwarmen, aktiv artenschützerischen (Plagenkontrolle) umweltfeundlichen neu-wiederverwerteten (verstricken statt verrotten) und biologisch irgendwann voll abbaubaren Pulli?... Oh mann ich schweife schon wieder ab. Das gute Zeug heißt Merino Possum, mehr öko geht gar nicht.
Am 22.12. kommt mein Liebster für nen ganzen Monat eingeflogen, und dann gehts nach einer kurzen Akklimatisationsphase mit Weihnachtsfeier rund um beide Inseln mit nem gemieteten Kombiwagen. Ende des Trips ist in Auckland.
Zum Geburtstag hab ich meinen Leuten eine Eissplittertorte kredenzt, ein Buch über die Seltsamkeit hiesiger Ortsnamen bekommen und mir selber eine leichte aber sehr tolle, echt günstige Gitarre gekauft.
Zur Zeit jobbe ich nicht, zahle aber auch keine Miete, sondern spüle haushaltsübliche Mengen Geschirr und steuere bestenfalls mal ein paar Lebensmittel nach Bedarf bei.
Hab ein gutes Leben, freue mich auf meinen Besuch und war heute endlich am Strand. Sehr schön. Meterlangen daumendicken gummiartigen Tang gefunden, der gar nicht eklig ist. Kein Müll auf dem klaren Wasser. Nichtmal der sonst so unvermeidliche dicke Meerschaum. Hier möchte ich mal tauchen.
So. Und jetzt muß ich ins Bett. In 8 Stunden und 10 Minuten werd ich von einer anderen Couchsurferin eingesammelt zu einem Ausflug nach Akaroa, der einzigen französischen Ansiedlung in Neuseeland. Das liegt auch am Wasser, und es gibt Albatrosse, Delphine und mit etwas Glück sogar Wale zu sehen. Und kraxelige Felsen. Da lohnt es sich, wach zu sein.
Nun seid Ihr endlich auch mal im Bild*! (* naja nicht wörtlich. Ging grad nicht. Sorry das Kamera-Datenkabel ist in der Hütte, Internet hab ich aber nur im Haus, und ich fang nach Mitternacht nicht noch die Rennerei an. Aber es gibt nochmal Fotos, okay?) Laßt es Euch gut gehen. Eßt ein Stück Baumkuchen und/oder Elisenlebkuchen für mich mit. Spekulatius gibts hier auch, Import aus Holland. Ist mir aber deutlich zu dröge. Dann doch lieber Barbequeue, Salat und Milchshake. Also Tschau.
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